Beiträge aus Apropos, Tiroler Tageszeitung
Alois Schöpf: Die Anonymität schadet mehr als sie nützt. Apropos
Die Forderung des Bundeskanzlers nach „Klarnamenpflicht“ ist überfällig. Denn nicht Geifer und Geschimpfe bringen uns weiter, sondern nur der korrekte öffentliche Vernunftgebrauch.
Alois Schöpf: Nicht antworten heißt heutzutage “Nein”. Apropos
Ein junger Mann schreibt nach Abschluss der neuen Mittelschule und nach Absolvierung eines Kurses, wie man Bewerbungsschreiben verfasst, dreißig Firmen an. Er erhält keine einzige Antwort.
Alois Schöpf: Wenn über Einsamkeit nicht gesprochen wird. Apropos
In früheren Zeiten bestand eine der schlimmsten Strafen, die oft einem Todesurteil gleichkam, darin, jemanden zu ächten, ihn also aus der menschlichen Gemeinschaft auszuschließen.
Alois Schöpf: Tirol wäre in Bayern nur ein Landkreis. Apropos
Wäre es da nicht angebracht, einen Blick über die Grenze zu riskieren und sich im Dienste eines vernünftigen Föderalismus von den Größenordnungen in Bayern inspirieren zu lassen.
Alois Schöpf: Der unbeachtete Luxus einer warmen Wohnung. Apropos
Vielleicht waren es die Jahre im Internat, während derer ich im Winter ziemlich oft gefroren habe: jedenfalls ist mir die Angst vor der Kälte im täglichen Leben nie verloren gegangen.
Alois Schöpf: Als wir mit B.B. den Sex entdeckten. Apropos
Wir leben in einem sehr prüden Zeitalter. In der Öffentlichkeit wird bestenfalls in der Sprache der Wissenschaft über Sexualität gesprochen. Persönlich schweigt man sich lieber aus.
Alois Schöpf: Die Kunst, mit sich allein zu sein. Apropos
Der Höhepunkt dieses inszenierten Wir-Gefühls ist gekommen, wenn die Staatsspitze mit ihren Staatskünstlern zusammensitzt, um für „Licht ins Dunkel“ als edle Spender das Fest der Liebe zu feiern.
Alois Schöpf: Großer Jubel. Und das nach dreißig Jahren! Apropos
Das heute vielgepriesene Projekt, und hier vor allem der Bau des Tunnels, benötigte sieben Jahre Bauzeit, wozu sich 23 Jahre Bürokratie gesellen. Gratulation Österreich
Alois Schöpf: Die Dauerverunglimpfung ist keine Lösung. Apropos
Wenn man die Nachrichten gewisser Fernsehsender z.B. von Arte mitverfolgt, könnte man meinen, Europa stünde unmittelbar vor dem Absturz ins Faschistische.
Alois Schöpf: Zentralisierung ja. Warum nicht in Innsbruck? Apropos
Immer wieder gibt es Diskussionen, ob man das Gesundheitswesen nicht zentralisieren müsse. Auch Bundeskanzler Stocker hat einen Vorstoß in die Richtung unternommen und schon Absagen kassiert.
Alois Schöpf: Jetzt holt es der Staat über die Gemeinden. Apropos
Da der Gesamtstaat es im Höchststeuerland Österreich nicht wagt, die Steuern zu erhöhen, hat er immer mehr Aufgaben an die Gemeinden abgeschoben, um doch noch etwas aus den Bürgern herauszupressen.
Alois Schöpf: Die Idee als Basis wirtschaftlichen Erfolgs. Apropos
Die wichtigste Grundlage jeden wirtschaftlichen Erfolgs ist die Idee. Die Frage muss also lauten: Wo sind die neuen Ideen der Firma Swarovski, mit denen sie unser Leben bereichert?
Alois Schöpf: Wer hat Angst vor der künstlichen Intelligenz? Apropos
Die Computer-App ChatGPT, die Antworten liefert, für deren Recherche man sonst Tage benötigen würde, Texte verfasst, übersetzt oder kürzt, ist etwas Großartiges und zugleich Praktisches.
Alois Schöpf: Der Wutbürger, der nicht gefragt worden ist. Apropos
Eine Frage wurde nicht gestellt. Ob, nachdem Wolf und Bär mühsam aus unseren Ländern vertrieben worden sind, eine Wiederansiedlung vonseiten der Bevölkerung erwünscht ist?
Alois Schöpf: Vor 200 Jahren wurde Johann Strauss geboren. Apropos
Große Musik entsteht, wenn sich zwischen Ernster Musik und Unterhaltungsmusik keine Abgründe auftun: Weil eben auch die ernste Musik unterhaltsam und die unterhaltsame Musik ernst sein kann.
Thomas Nußbaumer bespricht: „Balztanz“ im Haus der Musik. Der Vogel als vieldeutiges Symbol und Inspirationsquelle der Musik
„Balztanz“ ist eine ornithologisch-musikalisch-szenisch-literarische Performance mit Werken von Georg Friedrich Händel bis John Cage sowie von Eichendorff bis Ernst Jandl.
Alois Schöpf: Im Schatten lebt es sich am besten. Apropos
Ein angeblich aus China stammender Fluch lautet: “Mögest du in interessanten Zeiten leben!” Solche Zeiten zeichnen sich nämlich durch Kriege, Revolutionen und Katastrophen aus.
Alois Schöpf: Wir fahren mit Karacho an die Wand. Apropos
Es ist verständlich, dass wir diese fast täglich auf uns einstürmenden Warnungen vor dem bevorstehenden Weltuntergang als deprimierend empfinden, weshalb wir nicht mehr hinhören möchten.
Alois Schöpf: Kommerzmusik in traditioneller Tracht. Apropos
Wie ist es nur möglich, dass ein Musikverein in seinen schmucken Trachten vor seine zahlreichen Gäste tritt und ausschließlich Werke globalisierter Allerweltsmusik präsentiert?
Alois Schöpf: Die Kriminalgeschichte der Wissenschaften. Apropos
Auch heuer wird „Das Goldene Brett vor dem Kopf für den größten antiwissenschaftlichen Unfug“ bei einer satirischen Preisverleihung am 25. Oktober im Stadtsaal in Wien überreicht.