Andreas Niedermann: Warum, weswegen und wieso? Notizen
Als Kind wartete ich, dass nach dem verspeisten Leib Christi etwas mit mir passieren würde. Es geschah nie etwas. Wie der Kiffer-Debutant auf die Wirkung des Stoffs wartet, so wartete ich.
Als Kind wartete ich, dass nach dem verspeisten Leib Christi etwas mit mir passieren würde. Es geschah nie etwas. Wie der Kiffer-Debutant auf die Wirkung des Stoffs wartet, so wartete ich.
Mit drei Jahren haute ich ab. Mit dem Dreirad, und landete im Basler Rheinhafen zwischen den Schwellen der Hafenbahn, wo mich der Lokführer aus den Gleisen lupfte.
„Stellung, zu was genau?“ „Das fragst du noch?! Natürlich zu Trump. Zu Kickl. Zur Ukraine. Zu Nahost. Zum Klimawandel. Zu E-Autos. Zur ÖVP. SPÖ. Zur Deutschland-Wahl. Zu Melonie und Macron. Zum deutschen Buchpreis. Overtourism...
Ich hatte keinerlei Interesse an bezahlter Arbeit. Aber so ist es eben: Es ist manchmal ein harter Job, ein Genie zu sein. Aber keines zu sein auch. Ich hatte also häufig mit Handwerk zu tun.
Ich sitze im Drehsessel und lese in einer Zeitschrift. Lesen, um nicht mein verärgertes Gesicht im Spiegel betrachten zu müssen. Denn ich muss Geduld haben, da sie gerade eine karottenrote Kundin bedient.
„Wenn du zehn Durchschnittsbürger fragst, wo sie lieber leben würden, in den Tropen oder auf Grönland, was glaubst du, wie viele davon Tropen sagen würden?“ „Genau elf.“ „Elf? Warum?“