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Luxusprojekt Umweltschutz

Es ist schon erstaunlich, dass diejenigen, die mit der Natur am wenigsten zu tun haben, am deutlichsten für deren Schutz eintreten. So geschehen gerade in der Schweiz. So sollten Bauern die Subventionen gestrichen werden, wenn sie Schädlingsbekämpfungsmittel einsetzen. Oder die Schweiz überhaupt auf Bio-Landwirtschaft umgestellt und der CO2 Ausstoß bis 2030 auf die Hälfte des Ausstoßes von 1990 abgesenkt werden. Die Bewohner der Städte befürworteten das, durch die Nein-Stimmen der Landbevölkerung scheiterten die drei Initiativen.

Österreich sollte aus diesen Ergebnissen lernen. Denn auch hierzulande scheint gerade im städtischen Bereich der sogenannte Klimaschutz zunehmend zum Aushängeschild von Eliten zu werden, die sich durch edles Engagement für Umwelt und Wolf über ihre Mitbürger erheben. Man kann es sich leisten, Bioprodukte zu kaufen, sich dabei gut fühlen und vergessen, wie unglaublich schwierig es ist, als Bauer von Obst, Gemüse oder Viehwirtschaft zu leben. Zu überleben!

Das Schlagwort von „ökosozial“ ist zur politischen Gebetsformel verkommen. Dass in der Spannung zwischen Ökologie und Sozialverträglichkeit ein enormes gesellschaftspolitisches Konfliktpotential enthalten ist, wurde dabei aus den Augen verloren. Die Abstimmungsergebnisse in der Schweiz haben es in Erinnerung gerufen: Den Umweltschutz müssen alle gemeinsam stemmen. Sonst kommt es zum Krach!

Alois Schöpf

Alois Schöpf

Alois Schöpf, Autor und Journalist, lebt bei Innsbruck. Alois Schöpf schreibt seit 37 Jahren in Zeitungen und Zeitschriften, zuletzt seit 28 Jahren in der Tiroler Tageszeitung, pointierte und viel gelesene Kolumnen. Er ist einer der dienstältesten Kolumnisten Österreichs. Zahlreiche Veröffentlichungen, bei Limbus: Vom Sinn des Mittelmaßes (2006), Heimatzauber (2007), Die Sennenpuppe (2008), Platzkonzert (2009), Die Hochzeit (2010), Glücklich durch Gehen (2012), Wenn Dichter nehmen (2014), Kultiviert sterben (2015) und Tirol für Fortgeschrittene (2017). Zuletzt erschien in der Edition Raetia Bozen gemeinsam mit dem Fotografen und Regisseur Erich Hörtnagl "Sehnsucht Meer, Vom Glück in Jesolo", die italienische Übersetzung wurde zeitgleich präsentiert. Und es erschien, wieder bei Limbus, "Der Traum vom Glück, Ausgewählte Alpensagen". Schöpf ist auch Gründer der Innsbrucker Promenadenkonzerte und leitete das erfolgreiche Bläserfestival fünfundzwanzig Jahre lang bis 2019.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Martina Janisch

    Lieber Herr Schöpf,
    der “Aufstand der jetzigen Gutbürger und Ehemaliger aus Verfassung/Politik/Wirtschaft etc. unter dem Titel: “Ein Appell für den Anstand” und ihrem Aufruf zu einem Volksbegehren – das ist für mich lachhaft.
    Warum? Warum jetzt? Ist es eine nachträgliche “Abrechnung” mit vergangenen Regierungen durch Kreutner, Jilek, Mayer, Schmidt, Ikrath, die in ihrer “aktiven Zeit” durch ihr “Amt” einen “Maulkorb” umgehängt hatten und nicht so konnten, wie sie wollten, oder warum sind diese geachteten Herrschaften erst jetzt bereit, an die Öffentlichkeit zu drängen?!
    Korruption gab es schon bei “Noricum”, “BAWAG P.S.K.”, “Hypo Alpe Adria”, bei der Beschaffung unserer Fluggeräte zur Landesverteidigung usw.. Ich möchte nicht wissen, was damals “hinter vorgehaltener Hand” gemauschelt und besprochen wurde, das niemals “an die Öffentlichkeit” dringen durfte.
    Der heutzutage gängige “Lifestyle” der meist jüngeren Regierungsmitglieder ist nicht mit dem Vorsatz “die Demokratie oder die Rechtsstaatlichkeit” bewusst zu beschädigen, sondern darauf zurückzuführen, dass die “Whats-App Generation” ein anderes Weltbild hat als wir Älteren. Sie wurden ja gewählt, um Veränderungen herbeizuführen, auch wenn das einen “NEUEN” (nicht unbedingt besseren) Kommunikationsstil mit sich bringt, der mir nicht unbedingt gefallen muss.
    Mein Rat an die Jungen: Benutzt die euch gegebene Macht “zu unser aller Wohl” und nicht, um euch überheblich (zB. Pöbel-Sager) zu zeigen. Das nutzt “Eurem Volk” wenig, bis gar nichts!
    An Herrn Ikrath gerichtet: zu “Korruption und Wirtschaftsstandort” – wenn man die “freien Medienberichte” liest, gibt es “Korruption durch die Wirtschaft” rund um den Erdball. Da brauchen Sie nun nicht als “jetzt tätiger Manager” mit dem Finger ausschließlich auf “AUSTRIA” zeigen. Offensichtlich verändert sich die Perspektive sofort, jenachdem “auf welcher Seite” man gerade steht und sein Geld lukriert.
    ICH WERDE DESHALB NICHT UNTERSCHREIBEN GEHEN!

  2. Otto Riedling

    S. g. Hr. Schöpf!
    Was heißt hier „sogenannter Klimaschutz“ und „städtische Eliten?“
    Ich komme aus einer mittleren (ca. 4000EW)Gemeinde und gehöre – weder beruflich, noch
    sonst irgendwie – zur „Elite“. Schon Anfang der 1970er-Jahre hat der „Club of Rome“ auf die
    heutige Situation in drastischen Worten hingewiesen.
    Auch entstanden schon damals die ersten Initiativen – die aufgrund von Ignoranz durch SPÖ / ÖVP –
    langfristig zur Gründung der Grünen führten.
    Außerdem ist dieses Thema im ländlichen Raum sehr wohl wichtig, da immer wieder neue
    Projekte (z.B. Erzeugergemeinschaften) und Initiativen (z.B. Energiegemeinschaften)
    hervorgebracht werden.
    Die ersten Aktivitäten wurden schon – interessanterweise – im „stockschwarzen“ Waldviertel
    Mitte der 1980er-Jahre gestartet.
    Der jetzige NRAbg. Ing. Martin Litschauer war einer der ersten „Schwungräder“.
    Diese aufzuzählen würde den Rahmen sprengen.
    Gerade ländliche Regionen sind / werden von den Auswirkungen des Klimawandels
    immer öfter und immer heftiger betroffen sein.
    Im „wasserreichen Österreich“ gibt es Regionen (z.B. SO-Stmk, rund um den Neusiedlersee),
    wo der Grundwasserspiegel in den letzten 7 Jahren stetig sinkt.
    Außerdem haben in den letzten Jahren einige Großunternehmen (z.B. Wien Energie,
    Verbund, Metro) Wettbewerbe für Start-Ups ausgeschrieben, mit denen die Energie- bzw.
    auch Ernährungswende vorangetrieben wird.
    Außerdem gibt es viele Unternehmen (z.B. Fröling mit dem ersten Biomassekessel; Fronius mit
    PV-Speichermodulen etc.), die schon längere Zeit am Markt tätig sind und sich damit –
    auf gut wienerisch – „gsund stessn (haum).
    Man sieht, dieses Thema ist in die „Breite“ gegangen und nicht nur eines für
    „städtische Eliten“.
    In diesem Sinne wünsche ich mir in Zukunft eine weniger „verkrampfte“ bzw.
    „ideologiebeladene“ Betrachtung dieses Themas.
    Mit freundlichen Grüßen
    Otto Riedling

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