Ronald Weinberger
Perspektivenwechsel
Ein Planet gerät in Hitze.
Notizen

Homines sapientes!

Klug vermeint Ihr zu sein, weise… Und seid seit kurzem furchtsam. Eure Medien berichten schließlich zunehmend von Experten, die Euch – des Klimawandels wegen – das Aussterben prophezeien.

Ach, wäre es doch so! Habe ich denn je von Euch, Ihr vor der für mich lächerlich kurzen Zeitspanne von ein paar Jahrhunderttausenden dem Tierreich einigermaßen entwachsenen Wesen, profitiert?

Zählt mir doch auf, was ich Euch zu verdanken habe! Ihr wisst es selbst – nichts.

Ganz im Gegenteil! Ihr habt mich in vielerlei Hinsicht geschändet, habt meine Wässer verschmutzt, meine Atmosphäre verpestet, mein Grün teils in Braun verwandelt, meine Tierwelt dezimiert…

Am besten wäre ein Ereignis wie vor 66 Millionen Jahren, als ein Asteroid… Aber lassen wird das, denn auf Einwirkungen aus dem All vermag ich leider keinen Einfluss zu nehmen.

Es bleibt mir nur, als Rache und Genugtuung, Euch hier den Boden unter Euren Füßen heiß zu machen. Brennendheiß.

So fahret zur Hölle – auf dem Weg dorthin seid Ihr ja bereits – und dann ab ins Nirwana! Niemand wird Euch vermissen; ich am Allerwenigsten.

Eure Noch-Heimstätte, der Planet Erde

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Ronald Weinberger

Ronald Weinberger, pensionierter Astronom und Schriftsteller, wurde 1948 in Bad Schallerbach, OÖ, geboren. Er promovierte an der Univ. Wien zum Dr.phil. und war von 1973 bis 1976 wiss. Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg. Von 1977 bis zum Pensionsantritt Ende 2011 war Weinberger an der Univ. Innsbruck am Institut für Astronomie (heute Institut für Astro- und Teilchenphysik) tätig, wo er habilitierte und den Berufstitel ao.Univ.-Prof. erhielt. Als Schriftsteller verfasst(e) Weinberger humorvolle Kurzgedichte, Aphorismen & Co., sowie mehrere Sachbücher, darunter 2020 eines über (mangelhafte) Männer-Hygiene unter dem Pseudonym Uri Har. Seine letzten Bücher erschienen 2022 und zwar das mit schrägem Humor getränkte "Irrlichternde Gedichte" und das Sachbuch „Die Astronomie und der liebe Gott“ mit dem womöglich zutreffenden Untertitel 'Sündige Gedanken eines vormaligen Naturwissenschaftlers'.

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