Ronald Weinberger
Reise durch China
3. Brief:
Taiwan
1. Brief: https://schoepfblog.at/ronald-weinberger-china-1/
2. Brief: https://schoepfblog.at/ronald-weinberger-reise-durch-china-2/
EINE PRISE GESCHICHTE
Es ist weithin bekannt, dass die Chinesen im Laufe ihrer viele Jahrtausende währenden Geschichte eine fortschrittliche, hoch entwickelte Kultur schufen. Wer sich anhand herausragender Kunstwerke mit dieser Hochkultur vertraut machen möchte, braucht keineswegs nach China zu reisen. Der Besuch des National Palace Museum in Taiwans Hauptstadt Taipei (andere Schreibweise: Taipeh) ist dafür optimal.
Weswegen dies der Fall ist, hat damit zu tun, wie es zur dortigen (heutzutage circa 700.000 Objekte umfassenden) Sammlung von Kunstwerken aus mehr als 5 Jahrtausenden kam: Als sich im Laufe des chinesischen Bürgerkriegs gegen Ende der 1940-er Jahre abzeichnete, die Armeen des Chiang Kai-shek würden den Truppen von Mao Tse-tung unterliegen, ließ der Erstgenannte v. a. aus der Verbotenen Stadt in Peking, aus dem dortigen Palastmuseum, aber auch von anderswoher die exquisitesten Kunstobjekte entnehmen – und nach Taiwan verbringen.
Dorthin war nach dem verloren gegangenen Bürgerkrieg Chiang Kai-shek im Jahre 1949, zusammen mit etwa 1 bis 1,5 Millionen Militärangehörigen (darunter mein späterer Schwiegervater, der Offizier in dessen Armee gewesen war) und anderen Flüchtlingen geflohen und hatte in Taiwan die Macht an sich gerissen.
Die Geschichte Taiwans (das von den ersten Europäern, die Teile der Insel besetzten, den Portugiesen, Formosa, schöne Insel, genannt wurde), reicht, was menschliches Wirken und dessen Zeugnisse angeht, viele Jahrtausende zurück. Die Insel selbst – ein von vielfältiger Landschaft geprägtes Kleinod, dessen höchster Berg unseren Großglockner um 154 Meter überragt – ist geologisch jung: Bloß 5 Millionen Jahre und damit ungleich jünger als etwa die Alpen.
Sollten Sie sich mit der höchst wechselvollen Geschichte Taiwans, das sich zugleich als Republic of China bezeichnet und wegen der sogenannten Ein-China-Politik von nur einer Handvoll Staaten offiziell anerkannt wird (Österreich zählt nicht dazu), ein wenig mehr beschäftigen wollen, dann öffnen Sie bitte folgenden link: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Taiwans
Ich schließe meine Hinweise auf die Geschichte Taiwans mit einem Foto, das einen über 300 Jahre alten, am Nordrand von Taipei gelegenen und innen wie außen überaus sehenswerten Tempel zeigt. Es handelt sich um den Kuan-du Tempel, der im Jahre 1712 zur Zeit des Kaisers Kangxi aus der Dynastie Tsing erbaut worden war.

Der Kuan-du Tempel
INS HIER UND HEUTE
Mit der circa 30-fachen Bevölkerung des Bundeslandes Tirol, indes einer bloß 3-fachen Größe von Oberösterreich spielt Taiwan, verglichen mit in Österreich vorhandenen Verhältnissen, in einer eigenen Liga. Ich will Sie hier freilich nicht mit Zahlen malträtieren, denn Wikipedia hält, sobald Sie dort Taiwan oder Republik China (Taiwan) eingeben, vielfältiges Informations-, darunter auch Zahlenmaterial für Sie bereit.
Taiwan wird in unseren Medien üblicherweise nur dann erwähnt, wenn
A) China wieder einmal Militär-Manöver nahe Taiwans abhält und damit droht, Taiwan an China anzuschließen.
B) Von der wirtschaftlichen Bedeutung der Halbleiterprodukte-Industrie (Chips-Industrie) die Rede ist, da Taiwan hierbei eine wirtschaftliche Großmachtstellung innehat.
C) Heftige Erdbeben diese Insel, die am Pazifischen Feuerring gelegen ist, erschüttern.
Die Wirtschaft
Mir fiel in Taipei, in den zahlreichen mit schier unzählbar vielen Geschäft(ch)en bestückten Einkaufsstraßen auf, dass – im Gegensatz zu China – nur recht wenige aufgelassene, sprich dauerhaft geschlossene Läden vorhanden sind. Abgesehen davon ist von Wochenend-Ruhezeiten nichts zu spüren; die Geschäfte halten nämlich durchgehend von Montag bis inklusive Sonntag offen – und von einem frühabendlichen Ladenschluss, etwa um 19 Uhr, ist selten etwas zu sehen. Typisch für den Ladenschluss ist 21:00 – 22.00 Uhr, mit Ausnahme einiger Speiselokale, insbesondere Buffets, die den ganzen Tag über ihre Gerichte anbieten, indes um 20:00 Uhr schließen.
Apropos Speiselokale: Die meisten davon – und es gibt wahrlich außerordentlich viele – würden wir eher als Imbiss-Stuben bezeichnen, allerdings häufig mit umfangreichem Angebot warmer Speisen. Oft spezialisieren sie sich: Falls etwa im (überdachten) Freien, 2-3 Meter vor dem Eingang zu einem Lokal, 10 bis 15 marinierte und gebackene Gänse und Enten von einer Stange baumeln, weiß der potentielle Kunde selbstredend sofort, was ihn innen erwartet. Andere werben an ihrer Auslage mit Schriftzeichen oder per Poster unübersehbar für ihre Spezialisierung auf Rind-, Schweine-, oder andere Fleischgerichte. Bisweilen für Scharfes, Spezialitäten aus dieser oder jener chinesischen oder ausländischen Region bzw. einem spezifischen Land.
Zudem – ich wage es kaum zu schreiben, denn uns dreht sich hierbei der Magen um: Selten, aber doch, wird Hundefleisch angeboten – und gefüllte Därme, geröstete/gebackene Hühnerfüße und Co. machen uns ebenso keinesfalls den Mund wässrig. Ich habe von all diesen eben erwähnten Gerichten nie auch nur ein kleines bisschen gekostet, versteht sich. Zumindest nie absichtlich. Was sich in manchen (mir nicht selten köstlich mundenden) undurchsichtigen Suppenschüsselinhalten als mitgekochte Einlage verbarg, will ich mir freilich besser nicht näher ausmalen.
Wie auch immer: Die vielen Speiselokale/Essbuden sind, das fiel mir ständig auf, zumeist bestens besucht. Kein Wunder, denn – außer in vornehmeren Lokalen, die selbstverständlich ebenfalls existieren und die den Ausdruck Speiserestaurant zu Recht verdienen – sind die Preise selbst für die Einheimischen locker leistbar und für unserereins ohnehin überaus preiswert.
Interessant und zugleich angenehm für mich war und ist, dass sich im Vergleich zu China Lokalgäste in einer uns vertrauten Lautstärke zu unterhalten pflegen und nicht einen Lärm-Orkan entfesseln, wie es bei den Festlandchinesen außerhalb von und in(!) Gaststätten gang und gäbe ist.
Sie dürften, nehme ich an, meinen obigen der Geschäftigkeit gewidmeten Schilderungen zumindest Zweierlei entnommen haben: Erstens, Gewerkschaften existieren nicht oder, falls doch, haben nichts zu melden. (Ich weiß darüber nichts, ersuchte meine Frau aber auch nicht, sich darüber zu erkundigen, vermute das aber). Zweitens, die Wirtschaft in Taiwan floriert.
Letzteres scheint nicht bloß zuzutreffen, es trifft tatsächlich zu. Dem Internet entnahm ich, die Wirtschaft Taiwans hätte in allerjüngster Zeit zwischen 6 bis 8 Prozent zugelegt. Die Exportwirtschaft würde boomen – und den Löwenanteil daran hätte die oben von mir kurz erwähnte Chips-Industrie, welche en masse konkurrenzlos qualitätsvolle Halbleiterprodukte anbietet und in zahlreiche Staaten liefert.
Taiwan, ein Wirtschaftswunderland? Offenbar, zumindest in einem gewissen Ausmaß. Dieser positive Eindruck, sprich, die von Kunden stark belebten Einkaufs-Straßen und Gassen, sind jedoch nur die eine Seite der Medaille, die man als Besucher dieses Landes allzuschnell wahrnimmt. Übrigens, ehe ich es vergesse: Konträr zu China zahlt man in Taiwan fast ausschließlich mit Bargeld – und trifft angenehmerweise häufig auf englischsprachige Erklärungen bzw. Übersetzungen.
Der Verkehr
Zur Kehrseite der Medaille. Den Grad der Elektromobilität – der in China bei den einspurigen Fahrzeugen nicht weit von 100 % entfernt sein dürfte – kann ich in Taiwan bloß als schlechten Witz bezeichnen. Ich habe sogar rudimentäre Statistik betrieben, wenn ich zum Beispiel mit Bussen durch Taipei fuhr oder an den üblicherweise langen Reihen abgestellter Motorräder und Roller entlangschlenderte. Elektro-Fahrzeuge haben nämlich grüne Kennzeichenschilder. Mein Befund: weniger als 5 Prozent sind batteriebetriebene Roller & Co. Bei den PKWs: dito.
Eine Folge der mangelnden Elektromobilität: Das unübersehbare, besser unüberhörbare Heer von Rollern und Motorrädern, sobald in Aktion, produziert einen Höllenlärm; dass keine der Tiroler Gebirgsluft ähnelnden Gase den Auspuffen entströmen, kommt noch dazu. In anderen Worten: Von einem ruhigen Stadtleben ist in Taipei tagsüber wenig bis nichts zu spüren.

Geschäftsstraße in Taipei
Ich will, da ich mich in meinem schoepfblog-Beitrag über China vom 07.01. genauso des dortigen Verkehrs und dessen Auswirkungen annahm, erneut einschlägige Vergleiche mit China ziehen: Taiwan’s Städte werden zu den Hauptverkehrszeiten von fulminantem Motorrad-Lärm beherrscht; indes ist kaum Huperei zu vernehmen.
In China, bei vergleichbar hoher Motorrad/Roller-Dichte, röhren wohl keine Motoren, aber nicht eben selten kommt es zu nervtötendem Getröte. Die Luft dort ist freilich ungleich besser. Und noch ein Unterschied: Die Motorrad-/Roller-Fahrer tragen in Taipei stets(!) einen Helm und halten sich eher an die Verkehrsregeln als ihre Genossen in den von mir besuchten Städten Chinas, wo es in Bezug auf das Verhalten der Verkehrsteilnehmer ungleich laxer, sprich disziplinloser zugeht.
Bizarres und Konfuzianisches
Bereits in China war mir das aufgefallen, aber in Taiwan hat dieser Sachverhalt derart Blüten getrieben, dass ich das immer wieder, immer ausführlicher beobachtet, ja geradezu studiert habe. Anders ausgedrückt: Fuhr ich mit Bussen, flanierte ich Straßen entlang, konnte ich gar nicht mehr anders, als nach Ausreißern Ausschau zu halten. Und: Ich wurde höchst selten fündig…
Halt! – werden Sie denken. Darüber schrieb er doch bereits, nämlich über die wenigen grünen Kennzeichen bei einspurigen Fahrzeugen und PKWs! Nein, diese umweltbewussten Ritter der Stadtstraßen meine ich diesmal nicht. Sondern diejenigen, die eine gewisse Ziffer mit einem Tabu belegen. Verrückt. Etwas konkreter: abergläubisch bis zum Geht-nicht-mehr.
Ein gewisses Motorrad-Kennzeichen werde ich wohl nie mehr aus meinem Gedächtnis streichen können. Unter den Aberhunderten abgestellten Fahrzeugen innerhalb weniger hundert Meter um die von uns während unseres Taipei-Aufenthalts benutzten Wohnung stach es heraus: BIK 456. Sicher ein Wunschkennzeichen, jede Wette. Eines, das provozieren will, wird, ja muss. Denn: es enthält die Ziffer 4. Findet man sonst beinahe nie, selbst bei PKWs. Weshalb bloß?
Bevor ich zu sehr ausufere, rasch zur Auflösung der Rätsels. Die Ziffer 4 klingt, ausgesprochen, genauso wie das Wort Tod. Wer will schon, dass der Tod mit einem mitfährt? Folglich feiert dieser Aberglaube fröhliche Urständ! Unter 300 bis 400 Fahrzeugen fand ich im Durchschnitt eines, dessen Kennzeichen eine 4 enthält. Ergänzung: Bei der Kennzeichenvergabe für neue Fahrzeuge können die Leute aus einer langen Liste von noch nicht amtlich vergebenen Kennzeichen wählen. Das erklärt alles. Unsere Unglückszahl 13 ist dagegen ein Aberglauben-Leichtgewicht…
Zum zweiten Thema! Ob China oder Taiwan: Buchstäblich überall kann man sie finden, kommt ihnen nicht aus: Warnungen, Ratschläge, Belehrungen, Empfehlungen. Per Schild, Aufkleber, aufgemalt, bisweilen auf Böden oder Wände projiziert: Stolpere nicht! Verletze dir nicht die Hände! Halte dich gut fest! Ziehe den Kopf ein!
Beinahe immer sind diese Ratschläge auf Chinesisch und Englisch verfasst. Ich finde solche Empfehlungen nett und bisweilen sogar hilfreich, kann mir aber gut vorstellen, dass andere Leute so etwas als bevormundend einordnen.
Meine mir vor 5 Jahrzehnten angetraute Gattin, in Taiwan geboren und aufgewachsen, hat für das eben Genannte eine mir einleuchtende Erklärung parat: dies alles sei typisch konfuzianisch. Der Konfuzianismus sei zudem derart tief in der chinesischen Gesellschaft verankert, dass ihn nicht einmal der Kommunismus eliminieren konnte.
ZU GUTER LETZT
Auch wenn man als Unkundiger in Chinesisch sich in Taiwan auf Englisch halbwegs gut durchschlagen kann (gilt ausdrücklich nicht für fast alle Städte/Regionen in China: Mit moderner Technik geht es aber durchaus.), so sind ein paar Brocken Hochchinesisch stets von Vorteil. Man möchte sich schließlich bedanken – und passiert einem im zwischenmenschlichen Umgang Unangenehmes (etwa, weil man jemanden anrempelte) bzw. möchte man sich, selbst mit Gebärden jemandem verständlich machen, so ist ein Verzeihung! am Platz.
Merken Sie sich, sollten Sie ein potentieller Reisender in die Welt der Chinesen sein oder gar durch das Lesen meiner Texte geworden sein (man kann ja nichts ausschließen), bitte folgende drei bis vier Ausdrücke, die ich nun derart, also lautmalerisch, schreibe (mit Erklärung), wie sie ausgesprochen werden:
shi-e–shi-e (mit leichter Betonung, sprich Hervorhebung, des jeweiligen e); heißt danke.
do-shi-e (erneut das e betont) ist etwas formeller, aber noch ein deutliches Quant höflicher und heißt vielen Dank!
doi-bu-dshi (ganz gleichmäßig, aber eher laut, also mit gedachtem Rufzeichen ausgesprochen) heißt Verzeihung!, wenn man sich wirklich für etwas entschuldigen möchte, einen Rempler etwa – und leiser, ohne gedachtem Rufzeichen, wenn man jemanden anspricht, etwa doi-bu-dshi. Do you speak English?
Und als Abschied: bye bye. Ist längst zur international gebräuchlichen Kurzfloskel geworden. Kennen ALLE, ob in Taiwan oder China – und die jungen Leute benutzen das wie selbstverständlich. Chinesisch heißt es tsai-tshien (mit der Betonung auf dem e), aber das brauchen Sie sich nicht unbedingt zu merken, außer Sie haben mit an Jahren reifen Chinesen zu tun.
Falls Sie sich tatsächlich mit dem Gedanken tragen sollten, eventuell in den von Chinesen bewohnten Fernen Osten zu reisen, nun ein paar Tipps und Hinweise. Keine mit touristischem Charakter, denn darauf waren meine 3 sogenannten Briefe hier im schoepfblog von vornherein nie ausgerichtet (obwohl ich versucht wäre zu schreiben: in Taipei unbedingt einige Tempel und den Nachtmarkt besuchen, sowie am Abend im Wolkenkratzer Taipei 101 zum 89. Stock hinauffahren. Kurzum: Schwamm d’rüber).
Folgenden Tipp habe ich aber: Falls eine Reise ins Auge gefasst wird, dann beide Staaten besuchen. Das authentische, eher altmodische und daher romantischere China finden Sie in Taiwan vor. Das moderne bis ultramoderne und daher technisch ungleich beeindruckendere in Festlandchina.
Zuerst von Europa nach Taiwan! Etwa von Wien aus direkt nach Taipei. Letztes Jahr flogen wir mit der taiwanesischen EVA Air. Es gibt sodann eine Reihe von Flügen von Taiwan direkt in mehrere Städte in China (selbstredend umgekehrt ebenfalls). Und für einen maximal einmonatigen China-Aufenthalt benötigt man ohnehin kein Visum mehr.
Etwa von Taipei nach Quangzhou (Kanton). Ein kurzer Flug. Hongkong, so interessant und besonders diese Stadt sein mag bzw. wirkt, ist ja eigentlich längst schon allzusehr westlich kontaminiert. Ist aber klarerweise Ihre Entscheidung.
Zwei letzte Hinweise:
Außer in Hongkong, Macao, Shanghai und Peking werden Sie mit Ihrem Englisch nicht recht weiterkommen. Könnte man meinen. Ich erinnere mich allzugut an die Zeit vor einigen Wochen in der (durchaus besuchenswerten) südchinesischen Riesenstadt Foshan zurück, in der meine Frau und ich viele Male Taxis in Anspruch nahmen. Wir trafen auf keinen Taxifahrer, dessen Englischkenntnisse über ein bye bye hinausreichten. Freilich alles problemlos für mich angesichts einer Chinesisch sprechenden Gemahlin!
Jetzt kommt aber mein Es geht doch!. Man lade sich nämlich eine Übersetzungs-App auf sein Handy – und schon läuft’s. Eine Großcousine meiner Frau, des Englischen nicht mächtig, verwendete bei Unterhaltungen mit mir eine derartige App. Wohl funktionierte das Chinesisch-Englisch-Chinesisch besser als die Version mit Deutsch, aber eine Unterhaltung war auf diese Weise möglich. Fazit: Die Sprachschranken sind technisch überwindbar – und Sie können sich daher überall in China hingetrauen!
Höchste Zeit für den letzten Hinweis, falls Sie noch nie Taiwan oder China besuchten, Thailand indes eventuell schon: Chinesen sind durchweg hilfsbereit, auskunftsfreudig und freundlich, aber keine Grinsekatzen oder Grinsekater. Die häufig seriös bis ernst wirkenden Gesichter sind folglich nicht im Mindesten Ausdruck irgendeiner Art von Ablehnung oder Missgestimmtheit.
Sie hatten bzw. haben, da Sie textlich bis hierher vorgedrungen sind, viel Geduld mit meinen Ausführungen, sprich, mit mir. Haben Sie Dank dafür. Ich wünsche Ihnen alles Gute.
DO-SHI-E !
TSAI-TSHIEN
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Eine wunderbare, analytische Reisegeschichte aus dem Land der Halbleiter und Computerchips von weltweiter Bedeutung, mit liebevollem Hinweis auf die verblüffend geringe Elektromobilität.
Ein interessanter Blick in eine Kultur, die trotz Fernsehen und Internet immer noch fremd ist, auch wenn man sagt „die Welt ist ein Dorf“. Danke für die persönlichen Eindrücke, hat Freude gemacht.
Ja, da hat der Ronald Weinberger an der Hand seiner chinesischen Ehefrau einen touristischen Eindruck eben jenes Riesenreiches geliefert, das auf der scheinbar kulturell und geografisch entgegengesetzten Seite unserer Welt existiert, fast völlig losgelöst von uns eurozentrischen Schlaudenkern.
Und siehe da, das Umland mit seinen vielen Menschen, Landschaften, Straßen und Hochhäusern ist dem unsrigen nicht nur ähnlicher als gedacht, sondern sie haben uns in Wahrheit inzwischen sogar wieder überholt! Gut, das Individuum ist dort dem verordneten Kollektiv bekanntermaßen zwangsunterstellt, aber vielleicht haben wir ja unseren materiellen Ersatzglauben in Form eines sendungsbewussten, intellektuellen Individualismus und unser Verständnis der Freiheit auch schon etwas zu weit aufgeblasen?
Unübersehbar sind Lebenskraft und Vitalität in China und Taiwan am prosperieren, während vielen von uns der lässige Gang zum Sozialamt als Akt natürlichen Selbstverständnisses schon fast unzumutbar mühsam erscheint. Lassen wir uns doch von jener Lebenskraft anstecken, die wie viele Errungenschaften jener alten Kultur schon früher stark befruchtend für Europa war.
Wäre eine starke Partnerschaft auf Augenhöhe nicht eine Bereicherung für beide Seiten – und eine Vorstufe zu einer zukünftigen Weltgemeinschaft, die administrativ und globalethisch die Diversität zu einer höheren Einheit formt?
Es wäre eine Menge, die auch wir Europäer zu dieser Menschheit beitragen könnten, würden wir es doch nur schaffen, unser Ego weniger zu zelebrieren, als vielmehr mit Herzenskraft und Dienstbarkeit dabei zu sein.
Ach, wie seltsam und traurig ist es, dass wir um eines Wasserkruges willen, von den wogenden Meeren des Höchsten abgewandt und dem strahlendsten Horizonte ferngeblieben sind!
Kurz gesagt, China und Taiwan sind eine Reise wert.
Danke schön für den informativen Bericht.
Übrigens, bei den mitgekochten Einlagen in der Suppenschüssel, könnten , aus eigener Erfahrung, auch Schlangen dabeigewesen sein. Am besten Augen zu und durch! Es schmeckt trotzdem bestens.
Sehr interessant, der Artikel macht Lust auf Taiwan.
schade, nun keine weiteren china-berichte lesen zu können, gerne wäre ich noch ein weilchen in beiden chinas mitgereist. sehr aufschlussreich und unterhaltsam waren diese persönlichen eindrücke jedenfalls, also danke, ronald weinberger