Ronald Weinberger
Ob8!
Linguistische 3stigkeiten.
Rätseltext

1 vorneweg: Ziffern können m8voll sein und zudem be8enswerte Gedankenakrobatik entfachen. Etwa Ängste, man sei bei einem flotten 3er erwischt worden; oder beim Gruppensex a la ‚7 auf einen Streich‘. Das ent2t Paare nicht selten. 

Fazit: Dergleichen ist mithin nie eine Art Lotto-6er, denn man hat sich ja als falscher 5ziger erwiesen! Andererseits nicht eben als fader, als 0/8/5/10-Typ. Das und mehr möge bed8 werden.

Jetzt schlägt’s aber 3/10 (!), dürften Sie sich denken. Lass mal alle 5e gerade sein! Mach‘ ich. Aber 1 nach dem anderen. Betr8en Sie mich bitte halt als einen Homo ludens. Der bisweilen 3st agiert. Als Sprachspieler. Bin indes hierin keineswegs ein 1000sassa, bloß ein schriftstellerischer 3käsehoch, eine linguistische Beinahe-0. 1tweilig!?! Selbstgefällig ged8, zugegeben.

Sie könnten ja dieses Hineingeziffere in Wörter gar als etwas Originelles er8en, sprich, es nicht abtun und miss8en, sondern womöglich sich daran ergötzen. Meine Spielerei folglich nicht eilends aus7 wollen. Ich habe da freilich meine 2fel, denn derlei Herumspielen ist ja kaum ein künstlerischer Alle-9e-Wurf. Aber eine 1t praktizierte Hinrichtung namens 4teilung werden Sie mir, sollten Sie auf Sprachqualität 8en, geistig deswegen dennoch kaum wünschen, oder?


In medias res

Dass man manche Wörter durch Bildzeichen ersetzt, ist im digitalen Texte-Austausch längst Usus. Man schreibt oftmals nicht mehr Herz, sondern sendet ein Herz-Symbol, stellt Traurigkeit durch ein Gesichts-Symbol mit Tränen dar und so fort. Piktogramme & Co gibt es zuhauf; ihr Gebrauch spart Zeit und zugleich sind sie zumeist treffsicher hinsichtlich ihrer Interpretation.

Das oben von mir praktizierte Ersetzen einer eine Ziffer ergebende Buchstabenfolge innerhalb von Wörtern durch die jeweilige Ziffer selbst bietet kaum Zeitersparnis, verleitet indes dazu, ein wenig die eigene sprachliche Kreativität zu trainieren und den Wortschatz zu erweitern. Man muss schließlich passende Wörter erst mal finden, bei denen man all das anwenden kann.

Nun denn, ich erfreche mich hiermit, meine obige Vorgangsweise, also Wörterteile durch Ziffern zu ersetzen, deswegen für ein klitzekleinwenig innovativ zu halten, weil ich mich nicht entsinnen kann, Texte, die derart behandelt, also an etlichen Stellen verziffert wurden, bereits gesehen/gelesen zu haben. Selbst das Ersetzen ganzer Wörter bzw. Sätze durch Ziffern oder Zahlen ist ja alles andere als häufig. Es gibt dies aber doch.

In diesem Zusammenhang fällt mir die unsere Polizei arg beleidigende Ziffernfolge 1 3 1 2 ein, häufig im Verein mit den Buchstaben A C A B (All Cops Are Bastards). Das findet man immer wieder mal auf Mauern und Wänden aufgemalt/aufgesprüht.



Meine Wenigkeit hat das Missvergnügen, dieses Zeugs da und dort z. B. in Innsbruck beäugen zu dürfen – und erblickt selbiges, da unübersehbar groß hingeklotzt und seit Jahren vorhanden, beinahe täglich auf der Wand einer B171-Unterführung bei Zirl Ost. 

Sie wissen doch, was das, in Worten (auch wenn’s englische sind) bedeutet? Neiiiin? Dann sollten Sie es, bitt’schön, rasch herausfinden. Wegen dem so gerühmten, stets ausbaufähigen Allgemeinwissen warat’s. Wozu haben wir denn Google & Co? Na also.

Zurück zu Ihnen, die sich mutig bis hierher im Text verirrt haben. Womöglich wollen SIE sich in einem allfälligen – von mir aus auch abfälligen – Kommentar ebenfalls einschlägig, sprich Ziffern implementierend, einbringen?! Sie sind sicherlich findig, nicht wahr?

Beinahe hätte ich geschrieben 1chlägig (wäre ja, bei strenger Auslegung, möglich gewesen), aber dies dürfte, ja sollte, dann doch in sprachlicher Hinsicht als Tun eines mehr oder minder Umn8eten, zumindest Umnebelten, er8et werden, weil es insbesondere darauf hindeuten könnte, ich hätte mehrere 4terl 2gelt intus…
Aber ätsch: falsch ged8!


PS: Und hier das von einer Leserbriefschreiberin von Ronald Weinberger eingeforderte Bild vom Aufenthalt Seiner Kaiserlichen Majestät in Zirl als Ergänzung zu Elias Schneitters Artikel Kaisertreue. Oder: Als der Höchste Herrscher nach Zirl kam.“

Wenn Ihnen schoepfblog gefällt, bitten wir Sie, sich wöchentlich den schoepfblog-newsletter zukommen zu lassen, und Freundinnen und Freunde mit dem Hinweis auf einen Artikel Ihres Interesses zu animieren, es ebenso zu tun.


Weitere Möglichkeiten schoepfblog zu unterstützen finden Sie über diesen Link: schoepfblog unterstützen

Ronald Weinberger

Ronald Weinberger, pensionierter Astronom und Schriftsteller, wurde 1948 in Bad Schallerbach, OÖ, geboren. Er promovierte an der Univ. Wien zum Dr.phil. und war von 1973 bis 1976 wiss. Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg. Von 1977 bis zum Pensionsantritt Ende 2011 war Weinberger an der Univ. Innsbruck am Institut für Astronomie (heute Institut für Astro- und Teilchenphysik) tätig, wo er habilitierte und den Berufstitel ao.Univ.-Prof. erhielt. Als Schriftsteller verfasst(e) Weinberger humorvolle Kurzgedichte, Aphorismen & Co., sowie mehrere Sachbücher, darunter 2020 eines über (mangelhafte) Männer-Hygiene unter dem Pseudonym Uri Har. Seine letzten Bücher erschienen 2022 und zwar das mit schrägem Humor getränkte "Irrlichternde Gedichte" und das Sachbuch „Die Astronomie und der liebe Gott“ mit dem womöglich zutreffenden Untertitel 'Sündige Gedanken eines vormaligen Naturwissenschaftlers'.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. c. h. huber

    sehr fantasievoll, dein text, lieber ronald. aber prinzipiell ist mir die normale schreibweise lieber, erspart sie mir doch das übersetzen.

  2. Brigitte Kreisl-Walch

    2fellos werden wir gem1am feststellen, dass dies ein be8enswerter Beitrag war, der die Leser sicher nicht ent2t. Ein 3faches Hoch auf den Autor.

Schreibe einen Kommentar