Ronald Weinberger
Ist Telepathie Unsinn?
Oder vielleicht doch nicht!
Notizen eines Wissenschaftlers
VORBEMERKUNG
Ist es Ihnen schon einmal – oder gar mehrmals – widerfahren, dass Sie über einen sehr langen Zeitraum hinweg keinen telefonischen Kontakt mit einer Ihnen vertrauten Person hatten, dann jedoch – etwa während einer Mußestunde – urplötzlich an diese Person dachten UND dass sich beinahe zeitgleich anschließend Ihr Telefon meldete und just dieser Mensch bei Ihnen anrief?
Na so was! Unglaublich! Eben habe ich an Dich gedacht! Diese oder ähnliche Worte werden sodann am Anfang Ihres Gesprächs verwendet worden sein. Was für ein Zufall, nicht wahr?
In der Tat: Zufälle gibt es zahllose und oftmals sozusagen verrückte – und so manche lassen einen mit einem (meist inneren) Kopfschütteln zurück. Auch Berichte bzw. Behauptungen über Zufälle sind zahlreich – und viele von uns kennen Leute, die wir nicht ganz für voll nehmen, da sie allzu gern darüber berichten, was ihnen an Unglaublichem schon wieder zugestoßen sei. Übertreiber und Spinner halt. Schwadronierer. So werden sie häufig charakterisiert.
HAUPTBEMERKUNGEN
Es lohnt sich, den mit Telepathie betitelten Beitrag in der weithin anerkannten Internet-Enzyklopädie Wikipedia zu lesen. Telepathie – also die Fernübertragung von Gedanken und Gefühlen – konnte demnach, trotz zahlreicher wissenschaftlich sauberer Vorgangsweisen, sprich Tests und Studien, nie bewiesen werden. Das sollte man zur Kenntnis nehmen.
Für Menschen, die etwa das am Anfang Beschriebene oder Ähnliches erlebt haben – gehören SIE etwa zu diesen? – bleiben indes naturgemäß Fragen zurück. War das, ist das wirklich purer Zufall? Oder steckt da womöglich mehr dahinter?
Ich stellte mir unlängst derlei Fragen aufgrund eines Vorfalls, der mich betraf und zum Grübeln brachte, was mich im Endeffekt zu meinem Ihnen hier vorliegenden Artikel animierte.
Was war geschehen? Mein vorletzter Beitrag im schoepfblog.at vom 20. August des laufenden Jahres liegt bereits einige Monate zurück – und ich trug mich seitdem immer wieder einmal mit dem Gedanken, erneut schriftstellerisch für diesen Blog, in dem inklusive des erwähnten, bereits 50 Artikel von mir veröffentlicht wurden, tätig zu werden. Allein, ein passendes Thema, über das ich schreiben wollte, fiel mir partout nicht ein, und an Lust, mich endlich einmal an das Text-Verfassen zu machen, mangelte es mir obendrein.
Außerdem war ich unsicher, ob Alois Schöpf überhaupt noch einen Beitrag von mir wünschte, denn bei dem vom 20.8. hatte er zu meinem nachträglichen (zugegeben nur geringfügigen) Missvergnügen ein bisschen etwas geändert – und dabei aber insbesondere den Titel, über den ich relativ lang gebrütet hatte und ihn für originell hielt.
Kurz vor November-Beginn, des Nebelmonats schlechthin, lichtete sich indes mein gedanklicher Nebel und ein Thema begann sich herauszukristallisieren. Über Nebel, insbesondere solche im Weltall, plante ich zu schreiben. Irgendwann.
Die Tage verflogen. Und dann passierte es: Gegen Ende meiner wie beinahe immer spät angetretenen Mittagsruhe (ich bin, nebstbei, Pensionist, kann mir solches folglich leisten) am 10. November überkam mich wie aus heiterem Himmel der Gedanke, jetzt – und zwar unverzüglich – solle ich diesen Artikel für den schoepfblog.at zu texten beginnen. Ich tat’s am Handy, um nicht vom Sofa aufstehen zu müssen.
Zu meiner Überraschung flossen die Sätze geradezu aus mir heraus – und nach circa zweieinhalb Stunden meinte ich eine Rohfassung fertig zu haben. Schluss für heute! Ich war etwas müde und tat das, was ich (und Sie doch auch oder?) mehrmals am Tag machen: ich öffnete mein Email-Konto und stellte fest: Ich hatte seit der Mittagszeit, als ich es zuletzt geöffnet hatte, nur 3 Emails erhalten, darunter eines um 18:34 Uhr. Es stammte von Alois Schöpf, mit dem ich nur selten Emails austausche.
Er schrieb (das Folgende ist eine Kopie seiner Zeilen):
Hallo Ronald! Da ich schon länger von dir nichts mehr gehört habe, hoffe ich doch, dass deine literarische Kreativität nicht versiegt ist.
Überzeuge mich bitte vom Gegenteil.
Ganz herzliche Grüße
Alois
Es liegt nahe anzunehmen, Herr Schöpf habe sich just am Nachmittag des 10.11. überlegt, er solle den Ronald Weinberger auffordern, ihm doch für seinen Blog, nach geraumer Pause, endlich wieder etwas zukommen lassen. Und der Adressat spürt an eben diesem Nachmittag das Verlangen, genau jenes zu tun – und machte es. Was für ein denkwürdiger Zufall, nicht wahr?
Nun müssen Sie Folgendes wissen: Ich war jahrzehntelang Naturwissenschaftler (Astronom). Wer Näheres dazu wissen möchte, kann sich den Wikipedia-Beitrag namens Ronald Weinberger zu Gemüte führen. Ich sage es frei heraus: Ich schätze mich für einen sich an Realitäten orientierenden Menschen ein, bin indes alles andere als frei von Fantasie.
Ich halte beispielsweise jedweden religiösen Glauben genauso für einen Aberglauben wie den an das sogenannte (unentrinnbare) Schicksal, an das nur zu erweckende grundsätzlich Gute im Menschen, an eine (unsterblich oder nicht) Seele, an Dämonen usw. Kurzum: nichts mit Gott & Co nimmt bei mir geistig, hinsichtlich Akzeptanz, einen nennenswerten Platz ein. Obwohl – und das ist mir wichtig zu betonen – ich all das eben Genannte für sehr bis höchst unwahrscheinlich halte, es aber nicht 100%-ig ausschließen kann. Bin bzw. war halt Wissenschaftler und kein Glaubenschaftler.
Zurück zum Nachmittag des 10.11. und zu meinem Gedanken aus heiterem Himmel, sprich der jäh aufgeflammten Idee, sogleich den Beitrag für den schoepfblog.at zu beginnen.
Was ich jetzt einigermaßen realitätsnah zu beschreiben versuche, betrifft dieses jäh aufgeflammt. Das geschah in einer überaus kurzen, vermutlich bloß Sekunden andauernden Phase, wie ich sie bereits einige wenige Male in der Vergangenheit verspürt und wegen ihrer Seltsamkeit im Gedächtnis behalten hatte.
Ich war, ich nenn’s halt so, entrückt. Eine Art Gedankenleere, bei der mich plötzlich eine wie in Watte gepackt erscheinende kurze Idee befiel. Ich war, anders ausgedrückt, ein, zwei Sekunden nicht gänzlich bei mir. Geistig außerhäusig sozusagen.
Mir ist bewusst, dass all das nicht unbedingt als ein Entrückt-Sein anmutet, eher als Verrückt-Sein. War dabei der Blutfluss in meinem Gehirn irgendwo gestört? Und bei den wenigen Malen, bei denen ich in den vergangenen Jahren diese Entrücktheit ebenso wahrnahm, vermutlich ebenso. Leider habe ich vergessen, welche Ideen bzw. welche Gedanken mich bei den früheren Entrückungen befielen, habe aber davon noch so viel parat, um zu wissen, dass es jeweils etwas war, was mich sehr verblüffte.
Jetzt aber zum Kern meiner Mutmaßungen: Laut Wikipedia sind all die zahlreichen Tests, bei denen die Teilnehmer versuchten, per Gedanken z.B. auf Karten aufgedruckte Symbole oder anderes an andere Teilnehmer zu übertragen, insofern misslungen, als es zu keinem statistisch signifikanten Beweis für die Existenz von Telepathie führte. Ich vertraue dieser Schlussfolgerung.
Was aber, falls Telepathie nur in sehr kurzen Momenten möglich ist, nämlich in der Phase, in der man entrückt ist? Ist eventuell dann – und nur dann – das Gehirn in einem gewissermaßen empfangs- oder sendungsbereiten Zustand, aus welchen Gründen auch immer?
Wäre diese Mutmaßung korrekt, könnte mittels all der im Wikipedia-Beitrag angesprochenen Tests selbstredend kein Beweis für die Existenz von Telepathie erbracht werden. Allzu kurz und nicht bewusst herbeiführbar wären nämlich die Phasen der Entrücktheit.
Weiters, noch dazu von fundamentaler Signifikanz: Aufgrund welchen (physikalischen) Prinzips könnte bloß eine Gedanken- bzw. Gefühls-Übertragung möglich sein? Elektromagnetische Wellen? Derlei Gehirnwellen überbrücken, wie man längst weiß, nur überaus kurze Entfernungen, bis zur Kopfoberfläche.
Oder sind’s quantenphysikalische Effekte? (Wobei mir die berühmt/berüchtigten, mit dem Hausverstand nicht begreifbaren Verschränkungen einfallen. Sollte indes gar ein Quantenphysiker diese Zeilen lesen, dürfte er sich jetzt die Haare raufen.). Fazit: Ich habe keine Ahnung. Daher liegt die Schlussfolgerung nahe, dass eine Gedankenübertragung schlicht und ergreifend nicht möglich ist.
Kurz: Wahrscheinlich ist das, was ich oben als mein Erleben beschrieb, nichts als ein seltsamer Zufall. Jedoch: eingebildet habe ich es mir, glauben Sie mir, nicht! Er spiegelte mir vor, mein Gehirn sei ein Empfänger eines Gedankens von Herrn Schöpf gewesen, oder es sei ein Sender gewesen, der Herrn Schöpf zum Verfassen und Absenden seiner Email veranlasst habe. Punktum.
Aber halt: Angenommen, man befragt eine größere Anzahl von Personen, die nicht als Märchenerzähler bekannt sind. Und gesetzt den Fall, eine Reihe von solchen Zeitgenossen erzählt von Geschehnissen, wie ich eines ganz am Anfang beschrieb, mithin plötzliches Denken an eine lange nicht kontaktierte Person, die so gut wie zeitgleich anruft. Oder ähnlich Geartetes. Selbstverständlich sind damit Zufälle anderer Provenienz, wie etwa Begegnungen mit engen Nachbarn in Rom, Paris etc. nicht gemeint. Einzig und allein Zufälle, aus denen man auf einen plötzlichen gedanklichen Kontakt mit einer anderen Person zu schließen geneigt ist.
NACHBEMERKUNG
Sie könnten, zu Recht, fragen, selbst wenn es dergleichen, also ab und zu Gedankenübertragungen, geben sollte: Wozu und für wen soll das gut sein? Es wäre doch dermaßen selten und noch dazu nicht bewusst steuerbar, sodass es niemals praktische Bedeutung erlangen dürfte.
Meine Antwort: Erweiterungen des Wissens, sofern sie nicht negative Auswirkungen zeitigen, sind grundsätzlich erstrebenswert. Zumindest interessant. Womöglich bin ich aber als ehemaliger Wissenschaftler, als Angehöriger dieses andauernd neugierigen Menschenschlags, dabei voreingenommen.
Haben SIE solche Zufälle erlebt? Womöglich sogar verbunden mit Entrücktheit? Berichten Sie bitte! Ich bin gespannt…
Bemerkenswerte Reaktionen seitens der Zuhörerschaft resultierten aus zwei Literatur-Abenden (2. und 3.12.) in Innsbruck: Nachdem ich meinen obigen Artikel über Telepathie vorgelesen – und sich jeweils im Anschluss eine Diskussion ergeben hatte – erbat ich: Wer von Ihnen NOCH NIE diese Art von (vermeintlicher?!) Gedankenübertragung erlebt hat, möge bitte die Hand heben.
Am 2.12., beim Literatur-Abend des Dr. Paul Fülöp im Restaurant Kantine, waren 15 Zuhörer zugegen – und 1 Person hob die Hand. Am 3.12., bei der Gesellschaft für Literatur und Kunst Turmbund hob von den 13 Zuhörern niemand die Hand.
Von den insgesamt 28 Zuhörern gaben also 27 durch ihr Nicht-Aufheben der Hand zu verstehen, sie hätten persönliche Erlebnisse gehabt, die als Telepathie interpretierbar wären. (Zusatz: Es handelte sich zumeist um Seniorinnen/Senioren).
Mein Fazit: Ich halte dieses (mich verblüffende!) klare Ergebnis nicht für einen BEWEIS der Existenz der via Fernübertragung von Gedanken bzw. Gefühlen definierten Telepathie. Allerdings ist das Resultat m. E. ein HINWEIS darauf, dass es sich lohnen dürfte, jener – leider bloß sehr sporadisch auftretenden – eventuell doch existierenden Fernübertragung auf den Grund zu gehen. Es wäre folglich sinnvoll, das obgenannte Resultat statistisch viel besser abzusichern! Zudem: Welche Vorgänge könnten bei Telepathie wirken? Die Wissenschaft ist gefordert!
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Es gab schon vor nahezu 50 Jahren Versuche von Gedankenübertragungen vom Bolzmann Institut. Was ich mich zurück erinnere, glaube ich, waren auch Bulgaren mitbeteiligt. Der damals führende Untersucher war ein gewisser Dr. Franz Beer. Mitarbeiter des damals Unterrichtsministeriums und nachmaliger Direktor der Pädagogischen Hochschule (Lehrerbildungsanstalt) in Wien. Es ist alles schon so lange her…..
das mit der telepathie hab ich auch bereits mehrmals erlebt. könnte aber nicht behaupten, vorher irgendwie entrückt gewesen zu sein. oder ist`s einfach logisch, nach längerer abstinenz an jemand zu denken und dem gehts ebenso?
Ich kann mir gut vorstellen, dass bei dieser erwähnten Entrücktheit das Gehirn genug Zeit hat in seiner Erinnerungskiste zu wühlen, einen Denkanstoß zu geben und diesen dann mit Herrn Schöpf zu verknüpfen. Zumindest hat der Autor hernach wahrscheinlich eine klarere Sicht auf ihm vertraute Themen. Der Anruf des Herrn Schöpf war dann wirklich ein Zufall und durch die Bekanntheit mit dem Autor gar nicht so unwahrscheinlich. Interessanterweise gibt es auch in der Sexualforschung Ähnliches, nämlich die sogenannte Post-Nut-Clarity, die nach der Entrücktheit eines Orgasmus klare Gedanken hervorbringt.. Es wird sogar empfohlen, vor wichtigen Entscheidungen einen Orgasmus zu haben.