Literarische Korrespondenz:
Erich Hörtnagl an Peter Gartner
Betrifft:
Ein absolutes Muss für Jazzfreunde
Hallo liebe Jazzbegeisterte!
Ich habe gestern im Fernsehen den Auftritt von Samara Joy in Paris gesehen und DAS Musikerlebnis des Jahrhunderts erlebt!
Ein absolutes Muss für Jazzfreunde (und -experten) – sie ist der helle Wahnsinn und hebt den Jazz auf ein neues Niveau (das ist nicht nur meine Ansicht, sondern auch die der schwedischen Musikkritiker) – wahrscheinlich kennt Ihr sie eh schon – wollte in diesem Fall nur auf dieses fantastisch exzeptionelle ARTE Konzert Live at Philharmonie de Paris hinweisen, zu dem ARTE auf YouTube die Teilnahme gewährt.
Bitte genießen (vor allem das erste Stück Round Midnight – aber bitte das ganze Konzert anschauen, es wird gegen Ende immer besser!)
Liebe Grüße und ein erhebendes Musikerlebnis wünscht Euch
Erich
Hier der Link zum ARTE-Pariskonzert von Samara Joy:
https://www.youtube.com/watch?v=YC2N4cwd8rs
Lieber Erich!
Ich danke dir von Herzen für diesen Link. Glücklicherweise hatte ich die Gelegenheit, das Konzert heute Abend voll umfänglich genießen zu können und ich weiß im Moment noch gar nicht so recht, was ich jetzt sagen/schreiben soll.
Einerseits könnte ich natürlich das große Talent von Miss Joy beschreiben, ihre Fähigkeit, verschiedene musikalische Genres stimmakrobatisch in höchster Vollendung miteinander zu vereinen und jeden einzelnen Song mit einem unglaublichen Spirit aus sich herausfließen zu lassen. Und einen so gewichtigen Jazz-Abend mit Round Midnight als Opener zu bestreiten – das muss man sich einmal trauen!
Andererseits wäre ja das überaus bemerkenswerte Herrenseptett mit Lob zu bedenken, etwa der über lange Zeit im Mittelfeld spielende Tenorsaxophonist, der dann bei seinem großen Solo (gemeinsam mit dem Drummer) auf unglaubliche Art aus sich herauswächst und neue (!) Wege in der Jazz-Improvisation auf dem Saxophon aufzeigt.
Der Altsaxophonist, der auch der Querflöte sanfte Jazzklänge entlockt, ist ohnehin eine Klasse für sich, zumindest in technischer Hinsicht. Der Herr am Bass erinnert ein wenig an den legendären Agent Smith aus Matrix und spielt auch entsprechend cool und sicher.
Pianist und Drummer sind absolute Spitzenklasse, der Trompeter dürfte der ledige Sohn von Dizzy Gillespie sein () und Samuel L. Jackson (in der Adjustierung aus Pulp Fiction) an der Posaune ist trotz des Patzers bei Little Things eine coole Socke (mit Schuhgröße 48).
Eine großartige Gratwanderung zwischen Tradition und Moderne liefern diese Herren auch beim Arrangieren: Sämtliche Stücke des Abends wurden sozusagen á la carte von ihnen zubereitet/arrangiert.
Ich könnte aber auch einfach sagen, dass es mit dem Jazz gewiss noch lange nicht zu Ende ist, wenn weiterhin Lichtgestalten wie Samara Joy den Weg in eine neue Ära des Jazz erhellen.
Und ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal diese Mischung aus Mundwinkel-nach-oben und Tränenträufeln vor dem Bildschirm erlebt habe.
Nochmals danke für den Link, auf bald
Peter
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