Literarische Korrespondenz
Christoph Schmarl an Alois Schöpf
Betrifft:
Debattenkultur

Lieber Herr Schöpf,

Ihr aktueller Beitrag zeigt exemplarisch, was guter Journalismus leisten kann: nicht nachzusprechen, sondern nachzufragen. Mit Ihrer Analyse des Interviews von Anton Mattle legen Sie Widersprüche offen und stellen jene Fragen, die im öffentlichen Diskurs allzu oft ausgespart bleiben.

Besonders bemerkenswert ist die Literarische Korrespondenz in Ihrem Blog. In einer Zeit, in der viele Debatten von Empörung, Lagerdenken und moralischer Selbstgewissheit geprägt sind, tragen Sie dazu bei, einen Raum für argumentativen Streit, intellektuelle Redlichkeit und gegenseitigen Respekt zu eröffnen. Dort wird nicht Gesinnung belohnt, sondern das bessere Argument gesucht.

Gerade in der aktuellen Debatte rund um Medienförderung und öffentlich-rechtliche Strukturen ist diese Art der differenzierten Auseinandersetzung besonders wertvoll.

Ihr Blog ist damit weit mehr als ein publizistisches Angebot: Er versteht sich als Forum für Menschen, die selbst denken, widersprechen und diskutieren wollen, ohne sich dem jeweiligen Zeitgeist unterwerfen zu müssen.

Wie Karl Popper treffend formulierte, ist die Quelle unseres Wissens nicht allein Beobachtung und Vernunft, sondern vor allem die kritische Diskussion — was sich in Ihrem Ansatz der offenen Auseinandersetzung deutlich widerspiegelt.

Gerade in diesem Sinn erinnert das oft zitierte Wort von George Orwell daran, dass Meinungsfreiheit auch das Recht umfasst, Dinge auszusprechen, die andere nicht hören wollen.

Vielen Dank für Ihren Beitrag zu einer Debattenkultur, die in unseren Tagen keine Selbstverständlichkeit mehr ist, sowie für Ihre erkennbar unabhängige publizistische Arbeit.

Herzliche Grüße
Christoph Schmarl

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Christoph Schmarl

Christoph Schmarl, geb. 1957, Volksschullehrer, Hauptschullehrer, Direktor der Praxishauptschule bzw. Praxis-Neuen Mittelschule an der Pädagogischen Hochschule Tirol in Innsbruck, Professor L1 ab 1995, Hochschullehrer für Fachdidaktik mit dem Schwerpunkt Primarstufe an der Pädagogischen Akademie und PHT, Praxisbetreuer und in schulischen Gremien tätig. Christoph Schmarl hat sich vor allem mit Themen wie Schulentwicklung, Schulpraxis, Bildung für Nachhaltigkeit, Schule als Ort der Begegnung, Schülerbeteiligung und Motivation im Unterricht beschäftigt.

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