Hermann Arnold
Wölfe und nochmals Wölfe
Notizen

Wer die Wolfsdebatte, die seit Jahren auch in Tirol geführt wird, verfolgt, kommt zum Ergebnis, dass alle Ankündigungen, die Schafe vor dem Wolf zu schützen, unwirksam sind und dazu noch unter der Rubrik Einsparungsmöglichkeit öffentlichen Geldes  einzureihen sind. 

Ich bin selbst in einem Gebiet, wo man Schafe noch heute hält und früher vielfach auch noch Ziegen gehalten hat, aufgewachsen und behaupte deshalb, etwas von den Örtlichkeiten und von der traditionellen Schafhaltung zu verstehen .

Gerne möchte ich Wolfschützer einladen, mit mir ein solches Gebiet zu begehen und anzusehen, um von ihnen dann ein wirksames Rezept zur Sicherung der Schafe zu hören. Dabei gebe ich gerne zu, dass es vielleicht auch in günstiger Lage auf Almen in Tirol einen Platz geben könnte, wo man alles einzäunen und durch Hunde und Hirten die Schafe schützen könnte. Damit lässt sich aber das Wolfsproblem nicht lösen. 

Ob der Wolf es merkt, dass er dort nichts ausrichtet und sich auf andere ungeschützte Bereiche konzentrieren muss, will ich nicht beurteilen. Durch einen langen Zeitraum gab es in Tirol keinen Wolf mehr und doch sind die Wölfe in Europa nicht ausgestorben.

Ich habe durchaus Verständnis für Menschen, die gern einen Wolf in freier Wildbahn sehen möchten und dies als einen großen Wert empfinden. Dass aber ausgerechnet dort Wölfe sein müssen, wo Bauern ihre Weidegebiet für Schafe haben, nämlich im Extremgebiet, vermag ich nicht zu verstehen. Wenn man dann noch bedenkt, welcher Aufwand aus Steuermitteln betrieben werden muss, um just in Tirol Wölfe wieder einwandern und sich ansiedeln zu lassen, dann muss die Frage der Relation zwischen Aufwand und Erfolg zulässig sein und die Antwort eindeutig zugunsten von wolfsfreien Gebieten ausfallen. 

Wer dann noch die derzeit durch Wölfe und ihre Aktivitäten verursachten Schäden und auch die damit verbundenen Kosten für Untersuchung, Begutachtung und Abschussgenehmigung, also den anfallenden Verwaltungsaufwand in Betracht zieht, muss doch erkennen, dass man hier auf einem falschen Weg zur Lösung des Problems ist. 

Dass man mit den dazu noch komplizierten Abschußbewilligungen das Ziel Freihaltung des Gebietes vom Wolf  am Ende erst nicht erreicht, davon bin ich überzeugt.

Ich bin weder ein Schafbauer noch ein Gegner der Tierschützer, behaupte jedoch, jenen Hausverstand und jene eigene Erfahrung zu besitzen, um zu beurteilen, wo sinnvollerweise Wölfe keinen Platz haben sollten. Tirol ist hier jedenfalls kein geeignetes Gebiet und die Tiroler Schafhalter sind keine geeignete Interessengemeinschaft für einen Probelauf zur Bewältigung des Wolfproblems.

Zuletzt: Die Bewirtschaftung extremer Gebiete ist durch Jahrzehnte auch deswegen gelungen, weil keine artfremden Wildtiere das gewachsene System gestört haben.

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Hermann Arnold

Geboren 22. Okt. 1938 in Sölden, Kleine Landwirtschaft, Vater Berg- und Schiführer, vier Geschwister , sechs Jahre Volksschule, dann Gymnasium Paulinum in Schwaz, Matura 1958, anschließend Jusstudium in Innsbruck. In der Studienzeit Schilehrer, Fremdenführer, Güterwegarbeiter, tätig in einer Werbeagentur und in einer Versicherungsassekuranz; Promotion, Bundesheer, Gerichtsjahr, Eintritt in Landesdienst für Agrarwesen, Soziales, Sekretär von Eduard Wallnöfer ab 1974 bis zu seinem Regierungsende. Dann Leiter von Wasser und Energie, Grundverkehrsreferent und schließlich Landessamtsdirektor ab 1995 bis zur Pensionierung 2004. Zehn Jahre lang Vorstand der Timmelsjoch Hochstraßen AG, 21 Jahre lang Bgm. von Mutters, Gemeindeverbandspräsident von 1989 bis 1995. Verheiratet, 4 Kinder, wohnhaft in Mutters seit 1969. Seit 2010 Witwer nach dem Tod der geliebten Gattin Inge.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Jenewein

    Bis dato sterben einige Menschen durch Angriffe von Kühen und Hunden.

  2. c. h. huber

    bin ganz ihrer meinung, herr arnold! ein trauerspiel, dass uns sogenannte tierschützer und biologen diese großen raubtiere wie wölfe, bären und ähnliche angetan haben. wahrscheinlich müssen erst einige menschen sterben, damit mensch und herdentier wieder gefahrlos in wälder und auf almen gehen können.

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