Helmuth Schönauer
Kroetz und Gates sexuell verunreinigt und
daher für Schulen ungeeignet.
Stichpunkt
Dieser Tage feiert der Autor Franz Xaver Kroetz seinen 80. Geburtstag. Zur gleichen Zeit gesteht der Microsoft Gründer Bill Gates außerehelichen Sex mit zwei Russinnen als schweren Fehler ein.
Was haben diese zwei Schlagzeilen miteinander zu tun?
Beide sind Ursache für eine sexuelle Verstimmung im Tiroler Schulwesen. Im Volksmund nennt man Sex, den man zwar auslöst, aber nicht selbst betreibt, induzierten Sex.
1.
1973 ist der Autor Franz Xaver Kroetz in Tirol zu einer Berühmtheit geworden. Mit seinem Stück Stallerhof hat er den sogenannten Fall Larcher ausgelöst. Die Lehrerin Agnes Larcher hat damals an der Hauptschule Absam mit 14-Jährigen im Unterricht das inkriminierte Bühnenstück durchgenommen, in dem es um soziale Peripherie, Sex und einen Abtreibungsversuch geht.
Die Lehrerin Larcher wurde in Folge vom Schuldienst entlassen und der Schriftsteller Felix Mitterer, der gerade an einem ähnlichen Stück schrieb, hat sich eine lebenslängliche Selbstzensur auferlegt, indem er seither die Probleme der Zeit stets nur vorsichtig angefasst hat. Weil er Dauergast in den Schulen sein wollte, hat sich seine Bühnensprache einem asexuellen Schul-Deutsch angenähert, auch wenn manchmal Mundart gesprochen wird.

Jetzt also ist Franz Xaver Kroetz, der Urvater dieser damaligen Malaise, achtzig geworden und gibt sich im Bayrischen Rundfunk vergnügt brav, was er ja immer gewesen ist. Nicht er ist ja in einer für die Schule ungünstigen Form aufgetreten, sondern sein Stück.
Geblieben ist über die Jahrzehnte hinweg die Lehre, dass im Konglomerat Eltern, Beschulte und Lehrkörper stets die weiche Software der Kommunikation im Mittelpunkt stehen sollte.
2.
Diese Erkenntnis hat wahrscheinlich Microsoft vor dreißig Jahren alle Türen des Tiroler Schulwesens geöffnet.
Lehrpersonal konnte Software von Bill Gates zu unglaublich günstigen Bedingungen erstehen, Beschulte haben den Umgang mit der Digitalisierung kompakt auf den Systemen Windows und Microsoft words erlernt. Und selbst als schon Alternativprogramme am Markt waren, hat die Schulbehörde noch immer auf Microsoft gesetzt, weil es so geschmeidig über den Bildschirm kam.
Jetzt hat also der Gründer und Promoter des Systems, Bill Gates, sexuelle Fehler mit Russinnen öffentlich zugegeben und sich schamrot bei seiner Stiftung entschuldigt, die das Gute der Menschheit fördern will. Dass er außerdem mit einem verurteilten Sexualstraftäter bekannt war, ist eigentlich als Indiz zu sehen, dass er wirklich prominent ist.
3.
Weder Franz Xaver Kroetz noch Bill Gates haben aktiven Sex an der Schule betrieben. Wenn man aber im einem Fall so streng ist, dass man eine Anwenderin des Stallerhofs offensichtlich aus moralischen Gründen aus dem Schuldienst entfernt, so müsste man jetzt wohl alle Anwender von Microsoft ebenso aus dem Schuldienst entfernen.
Denn beiden Fällen hängt ja etwas Sexuelles nach. Offensichtlich ist nicht nur Passivrauchen schädlich, sondern auch passiver Sex.
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