Helmuth Schönauer
Ist ein Hoden weiblich?
Und ein Schütze ist doch
eine Art Hoden, oder?
Stichpunkt
Das Sternzeichen Schütze (ca. 23. November – 21. Dezember) ist ein Feuerzeichen, bekannt für Freiheitsliebe, Abenteuerlust, Optimismus und Direktheit, beherrscht von Jupiter, was Wissensdurst und eine philosophische Ader verleiht.
1.
Manche Nachrichten leben von der Sehnsucht, dass man mit einem aus der Zeit gefallenen Thema kurz aus der allgemeinen Weltlage fliehen könnte. In einer Stimmung aus Romantik und Trotz werden dann Bilder aus der Vergangenheit evoziert und mit Seufzern der Gegenwart unterlegt. Betagte Personen im Altersheim stoßen diese Seufzer professionell aus, wenn sie mit Besuchern kurz ein Familienalbum durchblättern.
Die Tiroler Schützen haben auf interne Anregung hin eine Abstimmung durchgeführt, ob man für das nostalgische Bilderbuch den Frauen das Gewehrtragen gestatten soll. Das Ergebnis gleicht jenen Abstimmungen, die wir aus der Schweiz kennen, wenn bei Volksabstimmungen verlässlich der sogenannte Hausverstand siegt. Das soll nicht bedeuten, dass sich auch in Tirol der Hausverstand durchgesetzt hätte. Aber etwas muss in der Luft liegen, was zu diesem eindeutigen Ergebnis geführt hat.
Abstimmung bei den Schützen: 322 Personen waren wahlberechtigt, die Wahlbeteiligung lag bei rund 93 Prozent. Dabei entfielen 86,96 Prozent der abgegebenen Stimmen darauf, in der Frauenfrage bei den Schützen alles beim Status quo zu belassen. [ORF Tirol, 21.01.26]

2.
Da in Tirol zumindest bei den Einheimischen jeder mindestens drei aktive Schützen kennt, gibt es dieser Tage viel Gesprächsbedarf, um interessante Argumente für den Ausgang der Befragung zu orten. Je nachdem, auf wen man trifft, kriegt man nuancierte Argumente. In der Hauptsache lassen sich aber drei Schattierungen heraushören.
Schütze als Sternzeichen
– Der Schütze ist mehr als eine Berufsbezeichnung, er gleicht einem Stand, den man freiwillig aufsuchen kann.
– Optisch wird der Schütze als Punze empfunden, wie wir sie von Münzen kennen.
– Der Schütze ist eine Kultfigur, die auf mythologischen Komponenten fußt, wie ja auch die Sternzeichen manchmal aus einem Jahrtausende alten Diskurs mit dem Firmament übriggeblieben sind.
– Der Schütze ist ein gestandener Mann, der wie ein Sprichwort seine Kraft verlieren würde, wenn man ihn aus dem Geschlecht herauslösen und aufweichen würde.
– Die Puffn ist der Zauberstab jenes Männchens, das wir im Schütze-Signet als Identitätsmerkmal erwarten.
Votum gegen Gender-Unsitte
– Die beinahe militante Art des Genderns hat in den letzten Jahren viele Menschen mit Hausverstand abgestoßen.
– Ich verliere ein Jahr meines Lebens, wenn ich bei Ansprachen ständig Schützinnen und Schützen sagen muss, so wie ja Jugendliche längst ein Schuljahr damit verlieren, weil sie am Tag hundertmal Schülerinnen und Schüler sagen müssen.
– Allein die Umstellung der Urkunden auf Gender-Betrieb würde unsere Kompanie ein Vermögen kosten, was wir uns als Ehrenamtliche nicht leisten können.
– Wir müssten wahrscheinlich eine neue Fahne sticken lassen, weil auf dem alten Fahnenfragment nur der Bart des Kompaniegründers zu sehen ist.
– Ich will ehrlich gesagt mein Schützenbier unter Männern trinken und nicht immer aufpassen müssen, dass ich in die Fänge einer Me-Too-Lady gerate.
Archaisches Denkmal für Tourismus
– Touristen aus aller Welt kommen ja deshalb nach Tirol, um vielleicht einen Landesüblichen Empfang zu ergattern. Wie schaut es aus, wenn beide Geschlechter an der Ehrentribüne vorbei winken würden?
– Stell dir vor, beim Karnevalsumzug würden plötzlich Männer und Frauen gemeinsam die Beine hochschlagen, das wäre ja fast pervers.
– Ganz archaisch formuliert: Kannst du dir vorstellen, dass der Hoden weiblich ist? Und ein Schütze ist doch eine Art Hoden, oder?
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Sehr geehrter Herr Schönauer…
….aber eben nur EIN HODEN (männlich), was ist mit der, im Normalfall, Hodenregel von ZWEI HODEN?
Ist dann der ZWEITE HODEN jener weibliche Anteil den wir „Mannsbilder“ so gerne übersehen, damit unsere „heilige Lendenkraft“ nicht ins Schwanken gerät?
Wobei Letztere eh zumeist sich im „Reich der Mär“ tummelt, denn das zeigen nicht nur die schwachen Geburtenraten sondern auch der z.T. massenhafte Zulauf in die Urologie-Abteilungen unserer Krankenhäuser. Böse Zungen behaupten, dass es sich dabei vielfach um „Schützen“ (und nicht nur Jene die im Sternzeichen geboren sind) handelt.