Helmuth Schönauer
Demokratie-Kompanien
Ein Vorschlag zur Asylproblematik
Stichpunkt

Warum bildet man nicht Geflüchtete zu Ordnungskräften aus, die dann nach dem Umsturz zuhause in ihre Heimat zurückgeschickt werden können? Unpolitische Wortmeldungen aus der Serie „Rentnerfrühstück“.

Beim brisanten Dauerthema Asyl kommt man früher oder später auf die Situation nach dem zweiten Weltkrieg zu sprechen, als man nach dem Niederringen der Nazis von einem schwärmerischen Asylrecht ausging. In Zukunft sollte jeder, bei dem zu Hause auch nur der Hauch von Faschismus auftaucht, überall hin flüchten können, um dort die gleichen Rechte wie die Eingesessenen zu erhalten.

Daraus hat sich eine Asylokratie entwickelt, in der die Geflüchteten letztlich die Politik der bereits Ansässigen vor sich hertreiben. In der demokratieaffinen Hilflosigkeit wird bloß noch darüber diskutiert, welche Themen man überhaupt anschlagen darf, um dem Thema der Über-Asylation gerecht zu werden. Als Ergebnis kommt stets ein sattes Anwachsen der rechten Parteien heraus, die eines Tages die gemäßigten Parteien samt ihren Brandmauern aus den Parlamenten vertreiben werden.

Beim historischen Rückblick auf die Ur-Situation der Asylromantik nach 1945 wird gerne vergessen, dass es neben passiven Asyl-Suchenden auch aktive gegeben hat. Viele geflüchtete Polen oder Tschechen haben sich in Befreiungstrupps organisieren lassen, um auf der Seite der Alliierten gegen die Nazis zu kämpfen.



Nach dieser Lesart könnte man probehalber einmal überlegen, ob die in Massen geflüchteten Afghanen und Syrer nicht zu Widerstandstrupps herangezogen werden könnten. Sie würden dann in den Ausbildungskasernen ähnlich scharfe Bedingungen erleben, die man der eigenen Wehrbereitschaft ohne mit der Wimper zu zucken zumutet.

Warum soll sich momentan jemand freiwillig zum Bundesheer in Österreich oder zur Bundeswehr in Deutschland melden, wenn rund um die Kasernen Asylwerber dutzende Rechtsanwälte in Brot halten, um den Familiennachzug zu organisieren? Soll also letztlich neben der Demokratie auch das Asylwesen verteidigt werden? Soll ein freiwillig Eingerückter also die Freiheit der Afghanen in Europa verteidigen, nachdem es am Hindukusch nicht geklappt hat?

Wenn man jetzt mühsam versucht, die eigenen Demokratien wehrfähig zu machen, müsste man dann nicht auch die Geflüchteten wehrfähig machen, damit sie nach den Umstürzen zuhause wieder in ihre Heimaten zurückkehren, um dort für Ruhe und Ordnung zu sorgen, wie sie es in Deutschland gelernt haben?

Wenn die Menschenrechte schon keine Internierung illegal Eingereister erlauben, weil sie das Asylrecht sofort schützt, dann könnte man ihnen aber zumindest jenen Kasernenstatus zumuten, den man der heimischen Bevölkerung zumutet, wenn man deren Freiwillige in Heerescontainer steckt?

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Helmuth Schönauer

Helmuth Schönauer (* 23. September 1953 in Innsbruck) ist Schriftsteller und Bibliothekar an der Universität Innsbruck. In seinen Romanen beschreibt er das Alltagsgeschehen skurriler Randfiguren auf dem Weg nach oben. Als beinahe lückenloser Rezensent der Tiroler Gegenwartsliteratur ist er Vertreter der "low lectured edition". Im sechsbändigen Tagebuch eines Bibliothekars sind knapp 5000 Rezensionen aus den Jahren 1982–2018 zu einem durchgehenden Fließtext zusammengefasst, der chronologisch nach Erscheinungsweise der rezensierten Bücher geordnet ist. Dadurch ergibt sich eine zeitgenössische Geschichtsschreibung anhand von Lektüre. Schönauer ist Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenversammlung.

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