Hans Augustin
Das Leiden mit Frau von der Leyen
Oder:
Wie weit darf man gehen?
Notizen
Auch wenn in den letzten Tagen die Medien dieses tolle Ereignis des Zollstreits zwischen EU und USA hinauf- und herunterdekliniert haben, man kann sie nicht oft genug betrachten: Die Bilder des Treffens der EU, vertreten von der dem Mißtrauensantrag gerade noch entschlüpften Präsidentin der Kommission, mit dem amerikanischen Präsidenten, ausgerechnet in jenem Land (zum Golfen und dem die Sache Epstein nach und nach die Luft nimmt), das sich aus der EU hinausgebrexelt hat, sind zu artig.
Ein altes Ehepaar, wirklich in die Jahre gekommen, sitzen am runden Tischchen, mit Mineralwasser und Blumen, dekorativ, als ob man ihnen zum 60. Hochzeitstag gratulieren möchte. Die Bemerkungen sind knapp, das Lächeln der Dame könnte so gedeutet werden, daß der Gatte sie ein paar Takte zuvor wegen irgendetwas gemaßregelt hat, aber in diesem Moment ist Haltung angebracht. Wie üblich – Haltung.
Auf anderen Fotos sitzen die Vertreter der EU wie bei einem Doktoranden-Seminar gesittet nebeneinander, in dunkeln Anzügen oder Kostüm, wie zu ihrer eigenen Hinrichtung, und Prof. Trump sagt ihnen noch einmal klar und deutlich was Sache ist: die Grundsatzvereinbarung im Zollstreit, in dem sich die EU verpflichtet, bis zum Ende seiner Amtszeit US-Energie im Wert von 750 Mrd. Dollar zu kaufen. Und einen Riesenbetrag an amerikanischer militärischer Ausrüstung von 1.000 Milliarden Dollar.
Frau Leyen erklärte, wie Kolleginnen eben so sind, dass Flüssigerdgas (LNG), Öl und Kernbrennstoffe aus den USA die Lücken füllen sollen, die durch den geplanten Verzicht auf russisches Gas und Öl entstehen. Die Importe aus den USA werden sich verdreifachen und die USA wird der ausschließliche Lieferant.
Das verdrängt andere Lieferanten wie Norwegen, Katar und Algerien. Und als Sahnehäubchen 15% Zoll auf alles, was aus der EU in die Staaten geht, gibt‘s auch noch. Gegenzoll: null.
Das nennt man Deal, wie es in bestimmten Grauzonen-Kreisen bezeichnet wird, wenn der Gegner über den Tisch gezogen wird. Solche Deals werden kaum innerhalb von ein paar Tagen ausgehandelt, das riecht zu sehr nach Kalkül.
Aber was erwartet man aktuell noch von der EU? Eigentlich bin ich sprachlos, aber ein Begriff geht mir dabei nicht aus dem Kopf: Schutzgeldzahlungen! Das nennt man in bestimmten Kreisen il pizzo. Wie sagte Trump so treffend, sie (die Europäer) küssen mir den Arsch, wie wahr. Eine andere Art von Kolonialisierung.
Donald Trump hat an diesem Nachmittag in Schottland – zwischen zwei befriedigenden Partien Golf – mit U. von der Leyen den Fußboden aufgewischt. Die franz. Libération bezeichnet das als Bedingungslose Kapitulation! Ein Vertrag, wie ihn die Europäischen Mächte im 19. Jahrhundert China aufzwangen.
Vielleicht wäre es billiger, wenn die EU an Trump die 2 BILLIONEN einfach so überweisen würde und dafür behält er das Frackinggas und den anderen Kram. (Sonst schaffen wir unsere Klimaziele nicht. ) Vielleicht sollte man überhaupt die EU den Leyen überlassen.
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