Elias Schneitter
Ruck hätte bleiben sollen.
Trump soll brennen.
Notizen

Für seine angeblich zuerst im Schweizer-Haus (bekanntes Restaurant im Prater) und dann im Weinkeller getätigten Aussagen in geselliger Runde hat sich der Wiener WK-Präse keine gute Zeit ausgesucht. Saure Gurken Zeit für die Medien, und immer nur über den Krieg in der Ukraine und im Iran zu berichten, ist auch nicht immer zuträglich. Da kommt so eine Kammer-Posse mit ein paar harmlosen Sagern (wenn man genau hinhört) gerade recht.

Nun weiß ich nicht wirklich, was genau hinter dem Versuch steckt, den Wirtschaftskämmerer abzumontieren, und wer da dahintersteckt. Jene Sprüche, die in der Kronenzeitung und im Profil kolportiert werden, können es nicht gewesen sein, denn das wäre zu lächerlich, meiner Ansicht nach.

Jedenfalls spannend ist es auch, wie die etablierten Medien eine Woche lang bei dieser Hinrichtung mitgespielt haben. Glanzpunkt des Journalismus war das sicher keiner, aber wurscht.

In meinem Leben bin ich bei zahlreichen geselligen Runden dabei gewesen, mit meinen Arbeitskollegen, mit Journalisten, mit Gstudierten, mit Gemeindepolitikern, und wenn man hier jenen Maßstab angelegt hätte, wie er bei Ruck angelegt wurde, wären plötzlich viele Redaktionen, Gemeindestuben, mein ehemaliger Betrieb und so manche Denkfabrik ohne Personal dagestanden.

Aber die Österreicher und Österreicherinnen benötigen einfach regelmäßig ihre Skandälchen und unsere Medien liefern sie brav zum Gaudium der Leser, Seher und Hörer ins Haus. Denn a bissl a Hetz muass einfach sein.


Trump soll brennen

Kürzlich hat es verheerende Waldbrände in Kanada gegeben und die riesigen giftigen Rauchwolken sind bis nach NYC gezogen. US-Präsident Trump hat daraufhin sofort Reparationszahlungen von den Kanadiern gefordert und die Zölle auf bestimmte Waren erhöht.

Um der Philosophie von Herrn Trump zu folgen, müsste jetzt die EU vom Präsidenten der USA Ausgleichszahlungen für die hohen Spritpreise in Europa verlangen. Er hat sie mit seinem Krieg gegen den Iran nämlich verursacht.

Nun weiß ich natürlich, dass das ein Blödsinn ist, aber der Gedanke ist eben auch der Hitze und der sommerlichen Saure Gurken Zeit geschuldet. Pardon.

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Elias Schneitter

Elias Schneitter lebt in Wien und Tirol. Zahlreiche Publikationen. Zuletzt der Erzählband „Civetta“ (baes) und der Roman „Ein gutes Pferd zieht noch einmal“ (Kyrene Verlag) und der Gedichtband „Zirler Blues“ (baes). Daneben Tätigkeit als Kleinverleger der edition baes (www.edition-baes.com), in der ein Schwerpunkt auf die Veröffentlichung von Literatur aus der US-amerikanischen Subkultur gelegt wird. Schneitter ist Mitbegründer und Kurator beim internationalen Tiroler Literaturfestival „sprachsalz“ (www.sprachsalz.com) bis 2023 in Hall, seit 2024 in Kufstein.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Otto Riedling

    Es waren nicht nur diese Aussagen, die Ruck zu Fall brachten. Siehe Installierung seiner Söhne in diversen Organisationen (AUVA, Sozialversicherung der Wirtschaft etc.). Außerdem war dies nur die Spitze eines Eisberges. Es werden auch noch andere Fuzzis tief fallen.

  2. c. h. huber

    habe neulich bereits meine meinung zum fall ruck hier kundgetan, die deiner absolut entspricht. wo kommen wir hin, wenn jede stammtisch-äußerung eines funktionärs sofort in allen medien breitgetreten wird? das ganze ist pervers. oder nur sauregurkenzeit?

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