Elias Schneitter
Peter Thiel, der Heilsbringer?
Notizen

Der deutschstämmige Peter Thiel ist mit einem genialen Riecher für Investments im Tech Bereich zu einem der reichsten Männer am Globus aufgestiegen.

Als solcher hat er sich auch als evangelikaler Kämpfer gegen den Antichristen positioniert. Der Antichrist ist für ihn keine Person, sondern das System einer totalitären Weltregierung. Eine Weltherrschaft der Angst!

Sein libertärer Kampf geht daher gegen die liberale Demokratie, die nicht Freiheit, sondern Uniformität erzeugt. Dagegen setzt er Individualität, Stärke und Überlegenheit, in der Praxis den Naturgesetzen folgend, in dem sich der/die oder das Stärkere durchsetzt.

Seine Philosophie zielt darauf ab, staatliche Macht und staatliche Institutionen zu bekämpfen und zu schwächen, da sie seiner Meinung nach, die persönliche Freiheit zerstören.

In Präsident Joe Biden sah er einen seelenlosen Roboter, der das Endspiel eingeleitet hat, während er in Donald Trump den unorthodoxen Spieler erkennt, der die liberale Gesellschaft, wie wir sie derzeit in Europa als liberal verstehen, sprengt.

Auch sieht er z.B. in Greta Thunberg eine Verkünderin apokalyptischer Ängste, den Antichristen bzw. die Antichristin. Nicht viel anders beurteilt er die EU. Beide müssen bekämpft werden.

In seinen philosophischen Ansichten beruft sich Thiel auf Philosophen wie Rene Girard mit seiner Sündenbock-Theorie und besonders auf Carl Schmitt, den renommierten Juristen und Wegbereiter für den Faschismus in Nazi Deutschland.

Die absolute Lösung im Kampf gegen den Antichristen sieht Thiel in der Religion, in der evangelikalen Gemeinde, in der Bibel.

Interessant dabei ist unter anderem, dass sich Thiel, der für Stärke und Überlegenheit gegenüber dem Schwachen und dem Woken kämpft, auf Jesus Christus beruft, der sich ja bekanntlich in besonderer Weise für die Schwachen und Ausgegrenzten in der Gesellschaft eingesetzt hat.

Nur eine der vielen Widersprüchlichkeiten, in die sich Thiel verfängt, dem das viele Geld offenbar in den Kopf gestiegen ist, und in dem ich nichts weiter als einen gefährlichen religiösen Eiferer sehe.

Aber in unserer Gesellschaft haben halt Milliardäre und seltsame Vögel die Aufmerksamkeit auf ihrer Seite, was auch immer sie für einen Unsinn in die Welt hinaus posaunen.


Auszug aus einem Thriller?

…Der Herrscher bringt zu Empfängen seinen eigenen Trinkbecher mit, um nicht vergiftet zu werden. Sein Essen wird vorgekostet, seine Ausscheidungen werden vom Geheimdienst geborgen und als Staatsgeheimnis verwahrt, damit bloß keiner an die DNA herankommt… Auszug aus einem Zeit Artikel vom 16.3.2026 unter dem Titel: Alle fürchten sich, selbst Putin.

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Elias Schneitter

Elias Schneitter lebt in Wien und Tirol. Zahlreiche Publikationen. Zuletzt der Erzählband „Civetta“ (baes) und der Roman „Ein gutes Pferd zieht noch einmal“ (Kyrene Verlag) und der Gedichtband „Zirler Blues“ (baes). Daneben Tätigkeit als Kleinverleger der edition baes (www.edition-baes.com), in der ein Schwerpunkt auf die Veröffentlichung von Literatur aus der US-amerikanischen Subkultur gelegt wird. Schneitter ist Mitbegründer und Kurator beim internationalen Tiroler Literaturfestival „sprachsalz“ (www.sprachsalz.com) bis 2023 in Hall, seit 2024 in Kufstein.

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