Elias Schneitter
Kultur- und Kunstförderung in Österreich
am Beispiel „sprachsalz“
Notizen

Im Jahr 2003 wurde das Literaturfestival sprachsalz ins Leben gerufen. Heuer geht es im Kufsteiner Kultur Quartier vom 11.9. – 13.9. bereits in die 24. Runde. Zwei Jahrzehnte wechselnder Geschichte liegen hinter uns.

Ziel und Absicht des sechsköpfigen Vorstands war es von Anfang an, international herausragende Literaturmenschen, spannende Autoren und viel Inspiration zu uns nach Tirol zu bringen. Dabei war es uns auch wichtig, alle Veranstaltungen bei freiem Eintritt anzubieten.

Dieses Konzept konnten wir umsetzen, weil das Organisationsteam ehrenamtlich tätig war und bis heute ist und wir mit den öffentlichen Stellen verlässliche Geldgeber zur Seite hatten. Nur sind diese Subventionen in all den Jahren mehr oder weniger gleich geblieben, während sich natürlich die Kostenaufwendungen stark erhöht haben. 

Wir konnten das immer wieder durch Einsparungen beim Programm abfedern, denn ursprünglich hatten wir immer zwanzig Autoren eingeladen, inzwischen sind wir bei zwölf gelandet. Und natürlich gibt es bei sprachsalz kaum Verwaltungsaufwand, denn das Büro geht vor allem auf eigene Kosten.

Und natürlich hatten wir immer wieder gehofft, auch durch private Sponsoren Unterstützung erhalten zu können. Leider Fehlanzeige. Kunst- und Kulturförderung scheint in Österreich nur eine Angelegenheit der öffentlichen Hand zu sein. Warum das so ist, darüber sollte einmal eingehend diskutiert werden.

Gut in Erinnerung habe ich noch das Jahr 2016. Da haben wir mit sprachsalz einen Ausflug nach Pforzheim gemacht. Gerne denke ich da noch an die ersten Gespräche mit dem Bürgermeister der Stadt. Er war sofort begeistert von der Idee des Festivals. Gleich ließ er uns aber wissen, dass die Stadt pleite sei, es also von öffentlicher Seite keine Unterstützung gebe.

Aber sofort setzte er sich mit verschiedenen Personen in Verbindung und innerhalb weniger Tage konnte er uns mitteilen, dass wir mit einem Budget in ähnlicher Weise wie bei uns in Tirol rechnen können. Das erreichte er durch Zuwendungen durch Stiftungsgelder und Banken. 

Das Fest in Pforzheim wurde zu einem großen Erfolg. Leider nur einmal, denn eine Wahl stand ins Haus und unser Bürgermeister wurde abgewählt. Der Nachfolger hatte kein Interesse mehr.

Wie auch immer findet heuer sprachsalz wieder im Kufsteiner Kulturquartier statt. Nähere Informationen gibt es unter anderem im Internet unter: www.sprachsalz.com.

Darum möchte ich abschließend sagen: Besuchen Sie das Literaturfestival, solange es sprachsalz noch gibt.

Fotorechte: Daniel Jarosch

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Elias Schneitter

Elias Schneitter lebt in Wien und Tirol. Zahlreiche Publikationen. Zuletzt der Erzählband „Civetta“ (baes) und der Roman „Ein gutes Pferd zieht noch einmal“ (Kyrene Verlag) und der Gedichtband „Zirler Blues“ (baes). Daneben Tätigkeit als Kleinverleger der edition baes (www.edition-baes.com), in der ein Schwerpunkt auf die Veröffentlichung von Literatur aus der US-amerikanischen Subkultur gelegt wird. Schneitter ist Mitbegründer und Kurator beim internationalen Tiroler Literaturfestival „sprachsalz“ (www.sprachsalz.com) bis 2023 in Hall, seit 2024 in Kufstein.

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