Elias Schneitter
Die Wasserverunreinigung und
des Volkes Meinungen dazu
Notizen
In meinem Heimatdorf hatten wir diesen Sommer erhebliche Probleme mit dem Wasser. Zuerst gab es eine Knappheit und bald darauf war das Trinkwasser nach einem heftigen Gewitter bakteriell verunreinigt. Vor dem Gebrauch musste es abgekocht werden.
Diese Situation hat für große Unruhe und heftige Diskussionen gesorgt. Der Schuldige und der Sündenbock wurden sofort im Bürgermeister gefunden, der es verabsäumt hätte, die maroden Zulaufrohre, trotz Wissens, zu sanieren.
Der zuständige Wassermeister befand sich während des ganzen Sommers auf der Alm, angeblich, wie kolportiert wurde, um seinen Überhang von tausend Überstunden abzubauen, wobei sich viele die Frage stellten: Wie kann eine solche Anhäufung überhaupt zustande kommen? Er soll sich diesen Überhang diesen Winter bei der Schneeräumung erworben haben. Aber im Winter gab´s ja kaum Schnee.
Soweit einige Gerüchte, die kursierten. In Wirklichkeit hatte sich der zuständige Wassermeister eine viermonatige Auszeit genommen, um eine Alm zu bewirtschaften. Mit Überstundenabbau hatte das alles nichts zu tun.
Auch wegen der restriktiven Sicherheitsmaßnahmen unter Androhung einer Geldstrafe und der schlechten Informationspolitik stand der Bürgermeister zusätzlich heftig in der Kritik. Ihm wurde vorgeworfen, dass er das Wasserdesaster überhaupt verheimlichen wollte. Deshalb landete eine Sachverhaltsdarstellung beim Staatsanwalt.
Eine Dame beklagte sich in Tirol heute, dass sie bei der herrschenden Hitze nicht auch noch das Wasser abkochen könne. Die Temperatur in der Küche sei unerträglich. Andere forderten einen finanziellen Ersatz von der Gemeinde für den Mehrverbrauch von Strom. Und natürlich auch eine Gutschrift beim Wasserverbrauch, aufgrund von Ungenießbarkeit. Angeblich sollen sechs Gemeindebürger wegen des kontaminierten Wassers sogar Durchfall bekommen haben, drei davon wollten die Gemeinde verklagen.
Nach gut zehn Tagen war der erste Spuk vorbei. Das Trinkwasser wurde mit Chlor versetzt, was keine gesundheitlichen Folgen zeitigen sollte.
Bei einer öffentlichen Diskussionsrunde wegen der auftretenden Wasserprobleme meinte ein Experte am Podium, man könne bis dato die genaue Ursache für die Verunreinigung nicht benennen. Er vermute, dass ein verwesendes Tier bei einer Quelle der Auslöser gewesen sein könnte.
Ein alter Weggefährte, und nicht unbedingt ein Verächter alkoholischer Getränke, meinte zu mir trocken, ihn hätte das Wasserproblem nicht besonders berührt, denn er sei während der Zeit ganz auf Bier umgestiegen.
Note:
Ein älterer Herr in einem Innsbrucker Kaffeehaus in der Maria Theresien-Straße: Jetzt haben es aber die Ossis den Wessis in Sachsen-Anhalt gezeigt. Die Mehrheit dort will wieder in ihre gute alte DDR zurück. Vielleicht sollte man sich eine Zweistaatenlösung überlegen. Am besten wieder mit einer hohen Mauer zwischen Ost und West.
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