Elias Schneitter
Das Literaturfestival „sprachsalz“
bringt internationale Literatur nach Tirol.
Kümmert´s den ORF?
Notizen

Das internationale Tiroler Literaturfestival sprachsalz in Kufstein bringt auch heuer wieder einige bedeutende Größen aus der Welt der Literatur in die Festungsstadt.

Unter anderem wird die Literaturnobelpreisträgerin 2024 aus Südkorea im KulturQuartier aus ihrem Werk (mit Übersetzung) vortragen. In Österreich wird sie exclusiv bei sprachsalz auftreten. Ebenfalls zugesagt hat der spanische Autor Fernando Aramburu, der in seinem großen Roman Patria über das Baskenland, die ETA, den Terror und Separatismus ein großartiges Epos geschaffen hat. Aus der Schweiz wird Ralph Dutli anreisen, der sich neben seinen zahlreichen Büchern auch als Übersetzer von Ossip Mandelstam, Anna Achmatova und Josif Brodskji einen Namen gemacht hat.

Der in Polen geborene Autor Martin Piekar kommt mit seinem Debütroman Vom Fällen des Stammbaums nach Kufstein. Die US-amerikanische Nell Zink, die inzwischen in Berlin lebt, veröffentlichte ihren ersten Roman mit fünfzig Jahren und wird inzwischen zu den bedeutendsten amerikanischen Autorinnen gezählt. Ihr aktuelles Buch Sister Europe ist ein lustiges und enorm kluges Berlin-Panorama mit spitz treffenden Dialogen über Einsamkeit und Leuten, die nach der Liebe suchen.

Soweit einige erste Einblicke zu sprachsalz im Jahr 2026, die Veranstaltungen finden vom 11. September bis 13. September im Kufsteiner KulturQuartier statt.

Es ist bei sprachsalz Tradition, dass ein Autor oder eine Autorin aus Tirol das internationale Festival eröffnen wird. Dieses Jahr ist es die feinfühlige Lyrikerin und Essayistin Regina Hilber, die unter anderem ja auch für schoepfblog regelmäßig Beiträge liefert.

Zurzeit steht der ORF heftig in der Kritik. Auch ich möchte dazu eine kleine Anfügung machen. 

In den 24 Jahren, seit es jetzt sprachsalz gibt, sind nicht weniger als 5 Nobelpreisträger für Literatur, zahlreiche Pulitzer-, Book Award- und Georg Büchner-Preisträger und mehr als 350 international namhafte Autoren und Autorinnen aufgetreten. Bis heute hat es der ORF, abgesehen vom Landesstudio Tirol, nicht ein einziges Mal geschafft, einen Fernsehbeitrag dazu zu gestalten. 

Aber wir wissen ja, dass bei der Literaturberichterstattung für den ORF Österreich in Heidenreichstein aufhört. Nun, es soll so sein. Ist nicht mehr so wichtig. Wichtiger ist, dass auch heuer wieder, so wie die Jahre vorher, das literaturinteressierte Publikum sprachsalz die Treue hält und zahlreich dabei ist. 

Und das ist bisher immer der Fall gewesen.

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Elias Schneitter

Elias Schneitter lebt in Wien und Tirol. Zahlreiche Publikationen. Zuletzt der Erzählband „Civetta“ (baes) und der Roman „Ein gutes Pferd zieht noch einmal“ (Kyrene Verlag) und der Gedichtband „Zirler Blues“ (baes). Daneben Tätigkeit als Kleinverleger der edition baes (www.edition-baes.com), in der ein Schwerpunkt auf die Veröffentlichung von Literatur aus der US-amerikanischen Subkultur gelegt wird. Schneitter ist Mitbegründer und Kurator beim internationalen Tiroler Literaturfestival „sprachsalz“ (www.sprachsalz.com) bis 2023 in Hall, seit 2024 in Kufstein.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Werner Schandor

    Nur zur Ergänzung (weil der Name nicht genannt wurde): Die Nobelpreisträgerin 2024 heißt Han Kang. Ihr Roman „Griechischstunden“ (erschienen 2024) führt gut in ihren Kosmos ein.

    Auf jeden Fall ein tolles Programm – und ein guter Grund, nach Kufstein zu reisen. Alles Gute für das sprachsalz-Festival ’26!

  2. c. h. huber

    ich wünsche sprachsalz wieder viel publikum und erfolg, auch regina hilber. und denke gerne an meinen auftritt dort vor ein paar jahren zurück. und ja. eine sauerei, dass darüber nicht im orf kultur-tv berichtet wird. aber selbst der heimische orf ist da manchmal zu zurückhaltend.

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