Elias Schneitter
Christian Yeti Beirer
Streetworker der Kunst
Eine Würdigung
Kunst hat heutzutage vor allem und vorwiegend mit Marketing zu tun. Es geht um Aufmerksamkeit in den medialen Kanälen. Oft hat man den Eindruck, wer am lautesten schreit, ist am wichtigsten. Das Werk selbst, das Handwerk, die Könnerschaft spielt dabei häufig eine untergeordnete Rolle.
Für Christian Yeti Beirer trifft das nicht zu. In der offiziellen Kunstwelt spielt er zwar keine Rolle, dafür ist er im Bereich Alternativ- und Underground-Kultur eine fixe Größe, eine bedeutende Größe. Betrachtet man seine künstlerische Laufbahn, kann man feststellen, dass er mit den meisten Kreativen dieser Szene zusammengearbeitet hat, als Illustrator von Büchern, als Karikaturist, als Gestalter von Programmheften, Plakaten, Bühnenbildern, Schaufenstergestaltungen. Aber niemals für den großen Markt, sondern für Nischen, für Kleinverlage, für Alternativbewegungen. Dabei ist besonders hervorzuheben, dass er sich nie in den Mittelpunkt drängt, sondern sich immer in den Dienst der Sache stellt, von der er überzeugt ist.

Christian Yeti Beirer ist im Außerfern aufgewachsen, hat eine Kochlehre absolviert, ehe es ihn nach Innsbruck verschlug, wo er im zweiten Bildungsweg Politikwissenschaft studierte. Zur Kunst ist er als Autodidakt gekommen, ihm ist der akademische Umweg erspart geblieben. Zu seinem Spitznamen Yeti kam er wegen eines Faschingsscherzes, aber er passt in gewisser Weise zu ihm, da er die Wesenszüge eines geheimnisvollen Bergmenschen in sich trägt.
Fundamental wichtig für sein umfangreiches künstlerisches Schaffen war für Christian Yeti Beirer von Anfang an die Verbindung zur Literatur und zu den Literaten und Literatinnen. Von 1987 – 2004 gab er den jährlichen Yeti-Kalender heraus, immer in Zusammenarbeit mit Schriftstellern aus der Alternativszene. Diese Artefakte sind inzwischen zu begehrten Sammlerstücken geworden.

Weiters schuf er sein Literaten-Schachbrett, wo er auf Weinflaschen kleine Tonplastiken von Autoren und Autorinnen anbrachte. Oder seine geniale Idee mit den Caféhaus-Vogelhäusern. Dabei baute er Nistplätze mit dem Konterfei berühmter Caféhäuser vor allem in Wien. Die Idee dabei war, dass Einrichtungen wie der Bräunerhof (Thomas Bernhard), Eiles (Oskar Werner), Weidinger (Stefanie Sargnagel) als Plätze für seltsame Kunstvögel dargestellt werden.
Natürlich schlägt sich bei Yeti auch seine Kochvergangenheit durch. Berühmt sind seine Kaspressknödel, die er regelmäßig seinen Gästen bei Vernissagen oder Zusammenkünften serviert, aber auch in Kunstaktionen verwendet, wie zum Beispiel bei der Performance Knödelsprengung!
Für mich gehört Christian Yeti Beirer mit seiner Kunst und seiner Lebenseinstellung zur Beatbewegung, in der Leben und Kunstschaffen eins sind und vor allem abseits der großen, teilweise sterilen, akademischen Kunstwelt. Auch hat er kein Interesse am Verkauf seiner Kunstwerke. Freunden schenkt er Bilder oder stellt sie als Leihgaben zur Verfügung.


Kunst hat für ihn keinen Selbstzweck, sondern er verfolgt seine Anliegen, seinem Anspruch: stets werden diese Ziele aber mit viel Humor und Ironie gewürzt. Yeti bezeichnet sich gerne als Flaneur. Das ist zu hundert Prozent richtig. Er ist ein Wanderer und Reisender zu Fuß oder auf dem Rad. Es gibt keine Tiroler Alm, kaum einen Forstweg oder abgelegenen Steg, den er nicht begangen oder befahren hat.
Hierher gehört auch sein Tiroler und Vorarlberger Almquartett, das er gestaltet hat und das im Haymon Verlag erschienen ist. Für mich haben er und Walter Klier die schönsten Tiroler Bergbilder geschaffen. Kein Wunder, denn beide kennen die Tiroler Berge wie wenige und bringen dies großartig auf die Leinwand.

Heuer feiert Christian Yeti Beirer einen runden Geburtstag. Und dazu hat er zehn große Bilder mit biografischem Inhalt geschaffen. Mit diesen Bildern geht er auf Wanderschaft und zwar, ganz seiner Art entsprechend, in Form von Ein-Tages-Ausstellungen im Freien. In Zirl am Weingarten (seinem Wohnort) ist er gestartet, weitere Orte sind unter anderem der Rapoldipark in Innsbruck, die Talferwiesen in Bozen, der Stadtpark in Triest und so weiter.

Nur eine Indoor-Ausstellung gibt es in Wien, im Gleisgarten, Eichenstr. 2, 1120 Wien. Start am 6. Juni 2026, Dauer 1 Monat.
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ich wünsche dem lieben yeti weiterhin viel gesundheit und jenen erfolg, den er sich wünscht. viel glück!
Sehe ich ähnlich, hoffentlich geht es ihm weiterhin gut.