H.W. Valerian: Die Ego-Demokratie. Essay
Der zornige Widerstand gegen Corona-Maßnahmen entspringt unter anderem der (angeblichen) Zumutung, sich derlei – oder genauer: sich überhaupt irgendetwas vom Staat vorschreiben zu lassen.
Der zornige Widerstand gegen Corona-Maßnahmen entspringt unter anderem der (angeblichen) Zumutung, sich derlei – oder genauer: sich überhaupt irgendetwas vom Staat vorschreiben zu lassen.
Es ist viele Jahre her, dass der Schauspieler und Sänger Ludwig Hirsch Selbstmord begangen hat, indem er im Krankenhaus aus dem Fenster seines Zimmers im fünften Stock gesprungen ist, weil er unheilbar krank seine grässlichen Schmerzen nicht mehr ertragen konnte.
Der russische Präsident Vladimir Putin, so hört man, halte die Idee des Liberalismus für „obsolet“. Schön und gut – oder schlecht (je nachdem). Aber welchen Liberalismus meint er?
Plötzlich ist es nicht mehr möglich, einfach das Thema zu wechseln. Die Realität drängt es uns tagtäglich auf. Plötzlich ist es auch nicht mehr möglich, höflich zu schweigen, wenn das Verhalten bester Freunde und Freundinnen die Gefahr in sich birgt, infiziert zu werden.
Frau Meinl-Reisinger hat es auf den Punkt gebracht, als sie verkündete, „das Strafrecht könne nicht die letzte Linie für die Verantwortung von Politikern sein, da müsse man schon wesentlich früher ansetzen.“ Bravo Frau Abgeordnete, gut gesagt! Nur: Wer ist „man“?
Als Tiroler zuckt man längst erschrocken zurück, wenn Landespolitiker im Fernsehen auftreten. Widerständigkeit und Opferrolle sind kein Ersatz für naturwissenschaftliche Fakten.