Ben Roeg, Vier Impfdosen gegen den christlichen Wahn der „Unverfügbarkeit des Lebens“, Essay

Ideologien sind eine Form von psychischer Krankheit. Sie verzerren das Wahrnehmen, Denken und Fühlen sowie letztlich auch das Handeln. Und übertragen werden sie vor allem durch die Sprache. Deshalb kann und muss eine erfolgreiche Impfstrategie den sprachlichen Infektionsweg abzuschneiden versuchen. Das gilt auch und gerade für die christliche Ideologie der ‚Unverfügbarkeit des Lebens‘. Danach ist das menschliche Leben ein ‚Geschenk Gottes‘, über das der Mensch nicht selbstmächtig verfügen darf, sondern das von Gott gegeben und genommen wirdl.

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Alois Schöpf, Ach wie verführerisch! Kritik einer Verharmlosung, Essay

Ach wie verführerisch wäre es, jenen unsympathischen Herrn des Robert Koch Instituts in die Wüste zu schicken, der bei Anne Wille in der Talkshow auftrat und uns mitteilte, mit einer raschen Impfung sei nicht zu rechnen und wir würden uns noch daran gewöhnen müssen, mit dem Covid19 Virus länger zu leben. Und wie beglückend ist es, Stellungnahmen von Leuten zu lesen, alles laufe doch nur auf eine Art aggressive Grippe hinaus, sämtliche Maßnahmen der offenbar von einer kollektiven Panikattacke erfassten Staatsmänner und ihrer Beraterstäbe seien überzogen und es gehe jetzt darum, endlich zu einem normalen Leben zurückzukehren und lediglich die sogenannten vulnerablen Gruppen zu schützen.

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Egyd Gstättner, Noch einmal am stillen Ort oder: Wahr aber wurscht, Versuch über das Lektüreabenteuer der „Obstdiebin“ von Peter Handke

Und ich hatte in diesem Essay, der – anders als der Leser vermutete – keine Satire war: Wie konnte er jenseits bedingter Reflexe bloß darauf kommen? – Politik hin, Platitude her, Milošević hin, Serbien her – für literarische Geschmacksargumente und Textkritik und Austausch von reinen Lektüreabenteuern plädiert und behauptet, niemanden zu kennen, der Handkes „Obstdiebin“ nach Seite 20 nicht weggelegt oder weiterverschenkt hätte.

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Alois Schöpf, Schlimmer als Mitterer, Auflagenmaximierende Autoren sollten sich weder über ihre Zeitgenossen noch über den Kapitalismus erheben. Essay

Wenn Felix Mitterer kritisiert wurde, weil er in den Medien seinen Plan kundtat, eine Katastrophe, die über einen Ort hereinbrach, zum Ausgangspunkt einer Fortsetzung seiner satirischen Piefke-Saga zu machen, dann gehört Hechenblaikner und Gmünder ihre Geschmacklosigkeit geradezu um die Ohren gehauen: Sie haben sie nämlich realisiert! Oder wie ist es einzuschätzen, wenn jemand ausgerechnet in dem Moment ein Buch über „Ischgl“ herausbringt, in dem der Ort als unfreiwilliger Infektionsherd der Covid-19 -Pandemie weltweit in die Schlagzeilen gerät?

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Alois Schöpf, Die Pro-und Contra-Dramaturgie, Die Diskussion über die Liberalisierung der Sterbehilfe ignoriert ein Menschenrecht, das nicht zur Diskussion gestellt werden darf.

Können Sie sich vorstellen, dass eine unserer angesehenen Zeitungen, eines unserer stets kritischen Magazine oder gar unser staatlicher Rundfunk in beliebter Pro-und-Contra-Dramaturgie öffentlich die Frage diskutieren lässt, ob die Zulassung einer nationalsozialistischen Partei zu befürworten oder abzulehnen sei? Vor dem Redaktionsgebäude würde wahrscheinlich die Polizei aufmarschieren, um zumindest die Chefredakteure wegen Wiederbetätigung zu verhaften.

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Alois Schöpf, Warten auf die Richter, Beiträge zum Thema Liberalisierung der Sterbehilfe in „Kleine Zeitung“, „Die Presse“, „Der Standard“

Alle Menschen sterben. Vier Prozent fallen um und sind tot, sodass die Hinterbliebenen sagen: Es ist zwar schrecklich, aber für ihn war es ein guter Tod! Denn viele müssen leiden. Viele erdulden dieses Leiden, weil sie noch jede Minute des Lebens auskosten wollen. Oder weil eine Religion oder eine Weltanschauung es ihnen verbietet, selbst das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen und weiteres Leid durch den Freitod zu beenden.

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