Helmuth Schönauer: Sozialkantine. Short Story
Die Seuche hat ordentlich Spuren hinterlassen, niemand weiß mehr, wie man reden soll. Und selbst die, die unverblümt auf einen sexuellen Notstand hinweisen, wissen nicht, wie sie das formulieren.
Die Seuche hat ordentlich Spuren hinterlassen, niemand weiß mehr, wie man reden soll. Und selbst die, die unverblümt auf einen sexuellen Notstand hinweisen, wissen nicht, wie sie das formulieren.
Eine einzige gelungene Shortstory ist schon aufregend wie das Gesamtwerk, zeigt sie doch auf engstem Raum jeweils eine zentrale Thematik, eine solitäre Erzähltechnik und eine konnotierte Lebenserfahrung.
Seit die Kommunikation aus pandemischen und wirtschaftlichen Gründen ins Netz gewandert ist, ist dort die Hölle los. Ständig werden Chats und Blogs ausgelesen und gerichtlich nachbehandelt.
Das wahre Schreiben beginnt für Schriftsteller, die es ernst meinen, erst im Alter. Dort entsteht nämlich ein unverwechselbarer Ton und es müssen keine Geschichten mehr zugekauft oder erfunden werden.
Jedes mal wenn ich aus Versehen im Radio auf den ORF stoße, höre ich einen Sportreporter schreien, als ob er sich gerade schwer verletzt hätte.
Seit sogenannte Trauerratgeber den Markt überschwemmen, muss man sich in der Literatur einen Ruck geben, um sich auf einen Roman einzulassen, in dem es um die Veränderung des Hinterbliebenen durch den Tod des Voraussgängers geht.