Alois Schöpf
Der unbeachtete Luxus einer warmen Wohnung
Apropos
In Berlin sprengte eine linksextreme sogenannte Vulkangruppe einen Stromverteiler in die Luft, um es den Reichen zu zeigen, wobei es vor allem wieder die Armen waren, die tagelang aufgrund von Stromausfällen am meisten unter der Kälte leiden mussten.
Wie auch all jene leiden, die im reichen Österreich ihre Strom- oder Gasrechnungen nicht bezahlen können und daher, um sich das Essen leisten zu können, die Heizung abdrehen.
Unter bitterer Kälte leiden aber auch die Menschen in der von Russland überfallenen Ukraine nun schon seit Jahren. Wie auch unsere Vorfahren jahrhundertelang gelitten haben, wenn sie sich mitten im kalten Winter um den Kachelofen im Haus versammelten oder erst gar nicht aus ihren Betten krochen, wenn es besonders unerträglich wurde. Oder den Stall aufsuchten, weil die Kühe mit ihrer Körperwärme den Raum ein wenig aufheizten.
Ganz zu dieser Beobachtung passen auch jüngste Erkenntnisse über Ötzi, der nicht deshalb eine geschädigte Lunge hatte, weil er zu viel geraucht hätte, sondern weil die wärmenden Feuer der damaligen Zeit mit von Rauch verpesteter Luft in den Innenräumen einhergingen.
Ich weiß nicht, ob es vielen meiner Zeitgenossen ähnlich ergeht. Vielleicht waren es die Jahre im Internat, während derer ich im Winter ziemlich oft gefroren habe: jedenfalls ist mir die Angst vor der Kälte im täglichen Leben nie verloren gegangen. Und ich bin jedes Mal, wenn ich nach Hause komme, zutiefst dankbar, in einer warmen Wohnung leben zu dürfen. Ja, ich betrachte dies als einen zentralen Luxus, der fast so wichtig ist wie die Leichtigkeit, mit der wir uns durch einen Gang zum Supermarkt ernähren können.
Die offensichtliche Absicht der russischen Aggressoren, die Ukrainische Bevölkerung durch das Bombardement der Infrastruktur und somit durch Kälte zu demoralisieren, erweist sich vor diesem Hintergrund als besonders perfide.
Erschienen in der Tiroler Tageszeitung am 10.01.2026
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Diese Apropos-Kolumne bestätigt die Doppelstandards der westeuropäischen Medien, ihrer Journalisten und Kolumnenschreiber, wenn es um die Bewertung der Kriege in Gaza und in der Ukraine geht.
Es zeigt recht deutlich, dass für diese das Leben und die Würde eines ukrainischen Bürgers kostbarer ist, als das Leben und die Würde eines palästinensischen Menschen. Es sind 30 % des ukrainischen Staatsgebietes, das unmittelbar vom Kriegsgeschehen betroffen ist, und viele Ukrainer, die zu Kriegsbeginn als Flüchtlinge in der EU aufgenommen wurden, können ihre Heimat besuchen, und tun dies auch.
Gaza ist zu über 90 % vollkommen zerstört und über eine Million palästinensische Menschen sind im eigenen Land auf der Flucht, weil sie nirgends aufgenommen werden, schon gar nicht von der EU, die übrigens diesen Krieg mit ihren Waffenlieferungen bereitwillig unterstützt hat.
Dass der Ukrainekrieg in rund vier Jahren etwa 14.000 tote Zivilisten gefordert hat, aber der Gazakrieg, der rund eineinhalb Jahre später begann, mindestens 70.000 Zivilisten das Leben kostete, hindert die hiesigen Medien – und eben auch Sie – nicht daran, „die Perfidität des russischen Aggressors“ anzuprangern, aber zugleich nur eine sehr verhaltene Kritik gegenüber Präsident Netanjahu zu äußern.
Während ukrainische Menschen als Helden und Märtyrer stilisiert werden, die die Freiheit des gesamten Westens verteidigen, kann ich mich nur an vereinzelte Artikel in den Medien erinnern, die sich in gleicher Weise für das Elend und das Schicksal des palästinensischen Volkes interessieren. Die fehlende Solidarität mit dem palästinensischem Volk wird seitens der Politik mit dem Totschlagargument „Antisemitismus“ geradezu befördert, und dieser Haltung schließen sich fast alle Medien an.
Mit freundlichem Gruß
Sehr geehrter Herr Schöpf,
ich kann Ihnen zum Artikel vom Samstag in der Tiroler Tageszeitung zu 100% zustimmen.
Es kann nicht sein, dass in Tirol Menschen frieren, welche Angst haben vor ihrer Rechnung und aus Sicht der TIGAS vor ihrer Gasrechnung.
Seitens TIGAS als Landesversorger sehen wir uns hier in einer besonderen Verantwortung gegenüber den TirolerInnen.
Wir haben daher seit einigen Jahren und ganz wesentlich in der Energiekrise begonnen, mit speziellen Unterstützungen solchen Menschen zu helfen.
Primär gehen wir mit unseren technischen Kundenbetreuern zu den betroffenen Haushalten und schauen uns an, ob sich der Energieverbrauch durch technische oder organisatorische Maßnahmen verringern lässt, nach dem Grundsatz, dass man jene Energie, die man nicht benötigt, auch nicht bezahlen muss.
Wir erleben dabei und auch sonst immer wieder, dass die Menschen zu wenig Geld haben, um sich ihre Heizung leisten zu können. Dazu gibt es dann Kooperationen wie zum Beispiel mit der Arbeiterkammer, mit der Caritas oder mit Tirol Hilft, um den Menschen hier Unterstützung anzubieten.
Ein großes Hemmnis bei vielen Menschen ist die „Scham“, dass sie Hilfe in Anspruch nehmen sollten, oder Unkenntnis, wie die Rechnung reduziert werden kann.
Wir erhalten als TIGAS hier diese Informationen, wo es Probleme gibt, oft auf direktem Weg und versuchen außerhalb von jeglichem „medialen Schulterklopfen“ zu helfen.
Daher meine Bitte an Sie:
Sollten Ihnen Fälle bekannt werden (auch auf Grund ihres Artikels), wo Menschen Probleme mit ihrer Gasrechnung für den Wohnraum haben, können Sie sich direkt an mich wenden und wir werden versuchen „niederschwellig“ zu unterstützen.
Uns ist bewusst, das geht nicht bei allen Problemen, aber bei all jenen Menschen, denen wir helfen können, ist dann eine Wohnung wärmer.
Beste Grüße
Kontakt:
georg.tollinger@tigas.at
Georg Tollinger
Dipl.-Ing. (FH) Georg Tollinger, MBA
Technischer Geschäftsführer