Alois Schöpf
Wer hat noch nicht?
Wer will noch was?
Apropos
Die FPÖ stellte an die Regierung auf 200 Seiten insgesamt 2100 Fragen, welche sogenannten NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen) wie viel von der öffentlichen Hand jeweils als Zuschuss bekommen haben. Natürlich wollte die Partei damit vor allem Einrichtungen, die sie als links verortet, politisch am Zeug flicken.
Abgesehen von solcher Taktik kommt durch die Anfrage aber auch das Förderwesen unserer Republik insgesamt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. So verweist die digitale Wiener Zeitung unter dem Motto „hier stöbern“ (https://npo-fonds.at/foerderdaten/) auf eine besonders erhellende Liste.
Es handelt sich dabei, nur aus dem Ministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport, um 37.012 Einträge, welche Organisationen im Jahr 2020 aus öffentlichen Haushalten eine Unterstützung erhielten. Das reicht etwa vom Billard Club Bruck an der Leitha (3.496,56 Euro) über den Eisschützenverein Uttendorf (3.865,99 Euro) bis hin zum Musikverein Polling (5.212,01 Euro). Und und und…
Um nicht missverstanden zu werden: Niemandem sei die Förderung missgönnt. Niemandem sei unterstellt, dass sie abseits des Rechts bezogen wurde. Und niemand sei verdächtigt, dass die Gründe, aus denen um Unterstützung angesucht wurde, wahrheitswidrig sind.
Dennoch erfasst einen bei der Lektüre der Listen das nackte Grauen und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier der Staat, das Land und die Gemeinden das Geld zuweilen beim Fenster hinaus werfen bzw. die potentielle Wählerschaft mit Hunderten von Millionen Steuer- also mit fremdem Geld bei Laune halten.
Das muss in Zeiten des Sparzwangs sofort aufhören und durch die Frage an alle, ob groß oder klein, ersetzt werden: Was ist dein Nutzen für die Gesellschaft, für unseren Wohlstand, für unsere Freiheit, den du ohne Förderung nicht erbringen kannst?
Ohne überzeugende Antwort darf es nichts geben.
Erschienen in der Tiroler Tageszeitung am 06.09.2025
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