Alois Schöpf
M-Preis
Der heimische Nahversorger in Nöten
Notizen
Es steht mir weder von meinem Wissen noch von meiner Kompetenz her zu, etwas über die Ursachen zu schreiben, die das Tiroler Paradeunternehmen M-Preis in Schwierigkeiten gebracht haben, sodass laut über einen Sanierungskurs bzw. gar über eine Übernahme durch einen anderen Supermarktkonzern spekuliert wird.
Als jahrelanger Kunde des Unternehmens darf ich mir allerdings schon Sorgen machen.
So stört es mich zuerst in meiner Rolle als simpler Patriot, wenn nach Swarowski ein weiteres prominentes Tiroler Familienunternehmen ein Opfer der Globalisierung zu werden droht, indem es seine Familienstruktur nicht mit den Erfordernissen eines harten Marktes abgleichen kann.
Ebenso finde ich es im Hinblick auf die heimische Landwirtschaft äußerst bedenklich, wenn der Lebensmittelhandel durch eine eventuelle Übernahme von M-Preis in die Hände von immer noch weniger Unternehmen gerät, die dann zunehmend entfernt von echter Konkurrenz in Sachen Preispolitik mit den heimischen, oft ums Überleben kämpfenden Produzenten machen können, was ihnen beliebt.
Von diesen mehr abstrakten Gefahren abgesehen haben die Besitzer von M-Preis den Bau ihrer Geschäfte mit architektonischem Ehrgeiz verbunden. Dieses Engagement hat dem Land viele ansehnliche Supermärkte beschert und die Konkurrenz fast schon gezwungen, sich ebenfalls in Sachen Schönheit zu engagieren.
Ebenso darf nicht vergessen werden, dass es offenbar immer ein Anliegen des Unternehmens war, kleinere Orte mit sicher nicht sonderlich rentablen, wenn nicht gar defizitären Mini-Märkten zu versorgen und diese dann oft auch noch mit einem Kaffeehausbetrieb auszustatten: in Zeiten des nicht enden wollenden Wirtshaussterbens ein Lichtblick für die innerdörfliche Kommunikation.
Zuletzt sollte auch nicht die äußerst wichtige Kooperation mit der für die heimische Bio-Landwirtschaft so bedeutenden und innovativen Verkaufsgenossenschaft Bio vom Berg unerwähnt bleiben.
Ohne der Nostalgie der Tante-Emma-Läden nachzuweinen kann man nur hoffen, dass all diese Verdienste nicht einer lediglich am Rechenstift orientieren Sanierung oder Übernahme zum Opfer fallen. Es würde nämlich auf eine spürbare Beeinträchtigung unserer Lebensqualität hinauslaufen, wie sie uns ja die privatisierte Post schon grandios vorgemacht hat.
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Dem kann ich voll und ganz zustimmen! Anzufügen wäre vielleicht noch, dass M-Preis auch immer wieder schwer vermittelbaren Jugendlichen oder Menschen mit Migrationshintergrund eine Arbeitsstelle bietet. Und die vielen schönen Geschäftsbauten am Land und auch in Innsbruck sind ja mittlerweile ein Alleinstellungsmerkmal der Firma.