Alois Schöpf
Immer mehr wollen vom Staat immer mehr.
Apropos
Jetzt muss wieder gespart werden, 5 Milliarden, wobei Experten sagen, dass das nicht reichen wird. Wer wundert sich daher, dass nicht nur Politiker, sondern auch aus Universitätsinstituten und Forschungseinrichtungen blitzgescheite Leute auftauchen, die neue und alte Steuerideen präsentieren, allen voran unter dem hehren Motto “mehr Gerechtigkeit” eine Millionärs- bzw. Vermögens- bzw. Erbschaftssteuer.
Leider fehlt hierzulande, ganz im Gegensatz zu den „bösen“ USA, auch nur der leiseste Hauch der Idee, die den Staat nicht als liebenden Vater oder obsorgende Mutter, sondern eher als Ausbeuter der Bürger, Wegelagerer oder Räuber betrachtet. Oder sagen wir es auf gut österreichisch etwas höflicher: als Interessensgemeinschaft all jener, die von ihm leben.
Und das sind nicht wenige: 60 Prozent der Kindergärtnerinnen stehen im öffentlichen Dienst, 100 Prozent der Lehrer, 90 Prozent der Universitätsbediensteten, 50 Prozent der Krankenhausmitarbeiter, 100 Prozent der in der öffentlichen Verwaltung Beschäftigten, 51 Prozent der Parlamentarier und, im übertragenen Sinn, auch 100 Prozent der Angestellten des quasistaatlichen ORF, nicht zu vergessen die Pensionisten, die ohne massiven Staatszuschuss schweren Zeiten entgegen gingen.
Da ist es nur folgerichtig, dass angesichts solch gigantischer meinungsbildender Mächte der Staat im hohen Ansehen steht und nie und nimmer als das gesehen wird, was er eben auch ist: eine, wie schon gesagt, Interessensgemeinschaft derer, die von ihm leben, in gehobenen Positionen sogar sehr gut von ihm leben, weshalb es immer mehr werden, die immer mehr von ihm wollen, auch die in die Pension strömenden Babyboomer.
Niemandem soll hier Egoismus vorgeworfen werden. Trotzdem gilt der Grundsatz, dass allen das Hemd näher ist als der Rock. Folgerichtig steigt die Abgabenquote immer höher. Derzeit liegt sie bei 45,5 Prozent!
Erschienen in der Tiroler Tageszeitung 02.05.2026
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