Alois Schöpf
Die Tugend, in Generationen zu denken.
Apropos
Zur Rettung ihrer schwindenden Gefolgschaft verlangt die SPÖ eine Volksabstimmung über die Einführung einer Erbschaftssteuer. Sie wird auch Millionärssteuer genannt, um den Neid anzustacheln. In diesem Zusammenhang sollten sich allerdings viele Tiroler nicht wundern, wenn sie aufgrund der Immobilienpreise rascher Millionäre sind, als es ihnen lieb ist.
Und noch ein weiterer Begriff wird zwecks Herabsetzung jener, an deren Vermögen man herankommen will, verwendet: Arbeitsloses Einkommen! Als würde die große Mehrheit jener, die etwas geerbt oder selbst geschaffen haben, nur auf der faulen Haut liegen. Solche Klischees stammen noch aus feudalen Zeiten, als vornehme Nichtstuer von den Renditen ihrer Güter lebten. Für die Gegenwart sind sie kaum noch repräsentativ, eignen sich jedoch als Feindbild hervorragend.
Sehr oft nämlich verfügen gerade vermögende Leute über den Ehrgeiz, das, was sie selbst geschaffen oder geerbt haben, zumindest gut zu verwalten oder in einem noch besseren Zustand der nächsten Generation weiterzugeben, einer Generation, in deren Bildung alles nur Erdenkliche investiert wird, um sie zu befähigen, dieses sich über Generationen hinweg erstreckende Aufbauwerk fortzusetzen. Man sagt dann denunzierend dazu: Die Bildung ist erblich.
Dass die Leistung, für sich und die Seinen Wohlstand zu schaffen, nicht durch eine Erbschaftssteuer bestraft werden sollte, war auch eine wesentliche Aussage des Bundeskanzlers, der sich unlängst in seiner Grundsatzrede erneut gegen eine Erbschaftssteuer aussprach.
Tatsächlich wäre es an der Zeit, die urbürgerliche Tugend, in Generationen zu denken, etwas aufzubauen, um es den Kindern zu hinterlassen, von denen man dann erwartet, dass sie ähnlich handeln, nicht mit postmarxistischen Vorurteilen zu disqualifizieren, sondern sie als Motor eines Wohlstands anzuerkennen, von dem alle profitieren.
Erschienen in der Tiroler Tageszeitung am 14.02.2026
Wenn Ihnen schoepfblog gefällt, bitten wir Sie, sich wöchentlich den schoepfblog-newsletter zukommen zu lassen, und Freundinnen und Freunde mit dem Hinweis auf einen Artikel Ihres Interesses zu animieren, es ebenso zu tun.
Weitere Möglichkeiten schoepfblog zu unterstützen finden Sie über diesen Link: schoepfblog unterstützen
