Alois Schöpf
Die Politik der schönen Ankündigungen
Apropos
Die Vorschläge, wie dem Transitverkehr begegnet werden könnte, sind so alt wie wohlklingend, haben aber abgesehen von Verboten und technisch verbesserten Autos nichts gebracht.
Nun soll auch noch feierlich in bewährter Andreas Hofer Mentalität die Zentralisierung der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) rückabgewickelt werden: eine Absichtserklärung, deren Ergebnis über ein Mäuslein nicht hinausreichen wird. Die Wette gilt!
Damit jedoch sind wir beim dritten besonders empörenden Versprechen angekommen, das unser Herr Landeshauptmann unlängst in der ORF-Pressestunde in die Welt gesetzt hat. Um die neureligiösen und offenbar von der EU gefütterten Natur-NGOs und die heimischen Bauern zugleich zu beruhigen, verkündete er weise, man müsse das Maß der Wolfspopulation so klein halten, dass die Bevölkerung sicher und geschützt sei.
Anlässlich einer Bergwanderung kam ich letzte Woche bei einem Hof vorbei, von dessen Bewohnern man gemeinhin immer freundlich gegrüßt wird. Diesmal war das nicht der Fall, weshalb ich mich bei einem Bekannten, der in der Nähe stand, erkundigte, was vorgefallen sei.
Man habe, sagte der Mann, nach mehreren Wolfsrissen gerade die Schafe von der Alm wieder zurückgeholt. Und man sei wütend und ohnmächtig einer Regierung gegenüber, die offensichtlich nicht in der Lage sei, die eigene Bevölkerung und ihre elementaren Interessen zu schützen.
Herr Landeshauptmann! Was ist für Sie das richtige Maß der Wolfspopulation? 53 elendiglich verendete Schafe? Oder 134? Oder 241?
Wo ist endlich einer unserer mit der Tugend der Tapferkeit ausgestatteten gewählten Herrscher, der es offen zu sagen wagt: In einem so von Almwirtschaft und Bergtourismus abhängigen Land wie Tirol haben Wölfe und Bären nichts – in Worten: nichts! – verloren. Und das gehört im Notfall durch Notfallmaßnahmen durchgesetzt.
Alles andere ist ärgerliches Geplapper!
Erschienen in der Tiroler Tagezeitung am 19.07.2025
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Sehr geehrter Herr Schöpf,
Ihren Formulierungen ist nichts hinzuzufügen, Opportunismus und mangelnde Professionalität auf allen Ebenen.
Als KMU-Mensch und Steuerzahler bleibt lediglich die Frage, ob man dieses System in den noch verbleibenden Jahren bis zum verordneten Pensionsalter noch mittragen will.
Mit freundlichen Grüßen
Sg. Herr Schöpf!
Sie sprechen mir wie immer aus der Seele. Man opfert unsere Nutztiere und unsere Sicherheit dem Wolf und dem Bären, die in unserer Gegend nichts verloren haben.
Diese ewige Diskussion um den Schutz des Wolfes und des Bären ist mega-nervig. Statt endlich etwas zu unserem Schutz zu unternehmen, wird immer nur heiße Luft verbreitet.
Vielleicht muss zuerst ein kleines Kind gefressen werden, bevor man einsieht, dass ein Zusammenleben mit Wolf und Bär hier nicht möglich ist.
Mit herzlichen Grüßen
Dr. Ulrike Lob
Sg. Herr Schöpf,
Vielen Dank für ihren heutigen Artikel – genau am Punkt.
Warum hier die ÖVP seit Jahren schläft ist unverständlich.
Dass die Grünen und linke NGO‘s die starke Ansiedlung von Wolf/Bär forcieren, ist verständlich – können sie damit doch die zwei Clientels treffen, die sie am meisten hassen: Tourismus (Hausbesitzer) und Landwirtschaft (Grundbesitzer)!
Danke und Schöne Grüße
Sehr geehrter Herr Schöpf
Mit Ihrem „Schlenkerer“ gegenüber einer vorsichtig diplomatischen Äußerung unseres Landeshauptmannes anlässlich einer Pressestunde zur Thematik „Wolf im Alpenraum“ leisten Sie einer ehemals mittelalterlichen Unaufgeklärtheit wissentlich überzogenen Vorschub. Diese hatte eine radikale Ausrottung des Wolfes zur Folge.
Sie, werter Herr Schöpf, müssten als doch sehr renommierter Kolumnist wissen, dass es in der Wolfs-Thematik nur ein gedeihliches Miteinander geben kann und alle „genehmigten“ Abschüsse bloß eine Beruhigungspille für die Nutztierhalter darstellen. Die Landesgesetzgeber begeben sich hiermit auf rechtlich bedenklich dünnes Eis.
Der Auftrieb von Nutztieren in den hochalpinen Raum wird auf lange Sicht, so wie in anderen Alpenländern erfolgreich vorexerziert, nur mit durchgehender Behirtung möglich sein, welche übrigens auch vor vielen anderen Unzulänglichkeiten (Erkrankung, Verletzung, Gewitter, Blitzschlag etc.) wirksam schützt.
Anlässlich der Neuverhandlung des EU-Agrar-Haushaltes könnte sich übrigens Minister Totschnig mit ernsthaftem Einsatz für entsprechende Förderprogramme zu dieser Thematik nützlich machen.
Sehr geehrter Herr Schöpf!
Schon wieder darf ich mich für ein „Apropos“ von Ihnen – „Die Politik der schönen Ankündigungen“, diesmal in der in der TT vom 19.07.2025 – bedanken, da Sie mir wieder aus der Seele gesprochen/geschrieben haben.
Ich bilde mir ein, eine Tierfreundin zu sein und finde das Töten, Verletzen und Verängstigen von Schafen, Ziegen, Kühen usw. auf unseren Almen durch große Beutegreifer (Wölfe und Bären) unerträglich. Ihrer Auffassung, dass ….. Wölfe und Bären in einem so von Almwirtschaft und Bergtourismus geprägten Land wie Tirol (aber auch in anderen gebirgigen Gegenden) in der heutigen Zeit NICHTS verloren haben, schließe ich mich vollinhaltlich an.
In mehreren Mitteilungen an z.B. den WWF und an „Tierschutz Austria“ habe ich diesen Standpunkt vertreten: „Für mich ist das physische und psychische Leiden der zahlreichen (wehrlosen!!!!) gerissenen Nutztiere größer als das einzelner abgeschossener großen Beutegreifer. Außerdem glaube ich, dass diese Tiere in den heutigen, viel stärker als früher genutzten Wald/Weideflächen nichts mehr verloren haben oder nur in geringsten Stückzahlen dort leben sollen.“
ich habs gleich gesagt, als man uns wieder wölfe und bären aufs auge gedrückt hat: das kann auf dauer nicht gutgehen! offenbar hat niemand von den tierschützern auch bei der eu an die vermehrung dieser tiere gedacht und daran, dass wir keine menschen- und nutztierleeren gebiete haben in den alpen. die politiker drücken sich natürlich vor der verantwortung, können kaum anders. erst wenn der tourismus darunter leidet, wird man wirklich konkretes – also neuerlich ausrottung hier bei uns – angehen, auch gegenüber der eu. eine dezimierung ist bestimmt fürs erste nicht schlecht, löst das problem aber nicht wirklich. tut mir leid, liebe wölfe und bären, euch mag ich nur im alpenzoo.
Nach langer, langer Zeit, raffe ich mich (endlich) auf, wieder einen Kommentar zu Ihren Kolummnen zu verfassen. Wie recht Sie haben mit ihrer glasklaren Forderung, bzw. Meinung, dass Bär und Wolf in unserem Land NICHTS verloren haben. Warum wurden sie bei uns ausgerottet? Weil es damals ums nackte Überleben der Menschen am Land ging. Auch würde ich mir mehr Courage von unseren Politikern wünschen, vor allem dem Herrn LH, vor allem wenn es darum geht den Tatsachen ins Auge zu schauen und sich nicht hinter vagen Aussagen zu verstecken. Mut kann man nicht kaufen!