Alois Schöpf
Die Idee als Basis wirtschaftlichen Erfolgs
Apropos
Gewerkschaftsvertreter haben anlässlich des geplanten Abbaus von 400 Arbeitsplätzen bei Swarovski das Unternehmen zur sozialen Verantwortung aufgerufen und den bemerkenswerten Satz von sich gegeben: Der Erfolg der Firma fußt auf dem jahrzehntelangen Einsatz der Beschäftigten, sie haben den Wohlstand erwirtschaftet.
So ehrend und beruhigend das für die Belegschaft auch klingen mag, und so richtig es ist, dass das Unternehmen die Entlassungen mit einem Sozialplan abzufedern versucht, so illusorisch ist die Feststellung im Hinblick auf das Wesen des wirtschaftlichen Erfolgs.
Sicherlich kennen die meisten wachsamen Zeitgenossen Betriebe in ihrem Umkreis, die oft jahrzehntelang floriert haben und dann plötzlich absackten, wenn nicht gar zugrunde gingen: Entweder weil die nachfolgenden Generationen in den Unternehmerfamilien zu wenig kompetent waren oder mehr das feine Leben schätzten oder weil die Leistungen oder Produkte, die sie anzubieten hatten, bei entsprechendem Preis auf immer weniger Interesse stießen.
Es steht mir nicht zu, hier eine Diagnose darüber abzugeben, welche der erwähnten Elemente Hauptursache für die Probleme beim Kristallkonzern waren und sind.
Soviel kann jedoch gesagt werden: Der Niedergang von Firmen erfolgt auch dann, wenn der Einsatz und der Fleiß der sogenannten Beschäftigten gleichbleibend oder sogar angesichts des drohenden Unheils noch größer ist. Genau darin liegt oft die Tragik.
Die wichtigste Grundlage jeden wirtschaftlichen Erfolgs ist nämlich die Idee, aus der heraus Produkte oder Dienstleistungen entstehen, welche die Menschen brauchen.
Die Frage muss also lauten: Wo sind die neuen Ideen der Firma Swarovski, mit denen sie unser Leben bereichern könnte? Oder noch allgemeiner: Wo sind die neuen Firmen im Umkreis von Wattens, die aufgrund neuer Ideen die von Swarovski Entlassenen mit Handkuss aufnehmen würden?
Erschienen in der Tiroler Tageszeitung am 22.11.2025
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