Albert Schwarzmann
Konzert der Bürgerkapelle Gries
bei den Innsbrucker Promenadenkonzerten
am Donnerstag, den 30.06.2026
Besprechung
Das letzte Konzert der diesjährigen Innsbrucker Promenadenkonzerte wurde mit der Bürgerkapelle Gries (bei bzw. in Bozen) durch eine der wenigen heimischen Musikkapellen bestritten, die im Programm dieses Festivals vertreten waren.
Die Bürgerkapelle Gries hatte bereits vor Jahrzehnten den Ruf, zu den leistungsfähigsten Kapellen in Südtirol und somit auch in Gesamttirol zu zählen und präsentierte sich mit einem anspruchsvollen und auch das Publikum ansprechenden Programm.
Der Einzugsmarsch der Bojaren von Johan Halvorsen, die Ouvertüre zu Leichte Kavallerie von Franz von Suppé, Giuseppe Verdis erster Teil aus der Ballettmusik der Oper Macbeth, der Pas redoublé von Camille Saint-Saëns und Huapango von José Pablo Moncayo sind allesamt teils ziemlich bekannte und beliebte publikumswirksame Orchesterwerke, die man immer wieder gerne hört.
Wenn man wie ich gerade mal zwei Tage vorher die professionelle Militärkapelle der belgischen Luftwaffe mit einem arrivierten Orchesterdirigenten gehört hat, die den Innenhof der Hofburg restlos gefüllt und gefühlt das gesamte Publikum begeistert hatte, wäre es unfair, gegenüber einem großteils von Amateuren getragenen Orchester, welches als sozialer Verein auch bezüglich Ausgewogenheit der Besetzung nicht rein nach musikalischen Vorgaben handeln kann, dieselben Maßstäbe in der Beurteilung anzulegen.
Die Grieser zeigten ein hohes handwerkliches Niveau und waren den Anforderungen ihres Programms spieltechnisch durchaus gewachsen.

Klanglich und künstlerisch war dieses Konzert für mich allerdings kein befriedigendes und glücklich machendes Erlebnis. Das war gleich beim Einzugsmarsch der Bojaren so, als sich fünf Tuben nicht mit den Klarinetten und Saxophonen mischten und keine Balance fanden und in den kräftigen Tuttistellen die wichtigen Linien der hohen Holzbläser gegenüber dem überbesetzten Blech ins Hintertreffen kamen.
Wenn man dann in der Leichten Kavallerie recht vorsichtig bei den schnellen Tempi agiert, ohne dabei auf eine lebendige Artikulation und merkliche Phrasierung zu achten, stellt sich beim Zuhören bald Langeweile ein. Beim langsamen ungarischen Teil nach der Klarinettenkadenz ohne klangliche Intensität und Leidenschaft dann umso mehr.
Das ruhige Benedictus aus The Armed Man: A Mass for Peace von Karl Jenkins konnte vor allem dank des sehr guten Posaunensolisten emotional etwas mehr berühren. Vor der Pause gab es noch Capriccio von Christiaan Janssen, ein Originalwerk in spätromantischen Stil mit gefühlten Anlehnungen an Richard Wagner, mit dem die Bürgerkapelle Gries im Frühjahr bei einem Wettbewerb sehr erfolgreich war, am gestrigen Abend jedoch auch hier nicht überzeugend wirkte.
Ich vermisste musikalische Spannungsbögen, Phrasierungen und Emotionalität in dieser Musik, hörte unausgewogene Klangbalancen und fragte mich: Hatte der Kapellmeister seinen MusikerInnen das nicht vermittelt, oder war es doch die Tagesform, verbunden mit dem warmen Abend in den noch wärmeren Trachten, der das Tun auf dem Podium noch schwieriger macht, als es ohnehin schon ist?
Jedenfalls scheint es symptomatisch, dass bei vielen Amateurkapellen die Reize für das Auge Vorrang vor einem konzentrierten Hörerlebnis haben.
Nach der Pause erklang Verdis Ballettmusik der Oper Macbeth etwas lustlos und unpräzise mehr nach einer Etüde, die man unfallfrei zu bewältigen versucht, was soweit auch gelingt, jedoch nicht dem Temperament von Verdis Musik entspricht.
Das anschließende Symphonic Characters des jungen Südtirolers Jakob Augschöll würde ich als typisches Mainstreamwerk in der Art bezeichnen, wie sie von so vielen Komponisten der internationalen Blasorchesterszene und Verlagen publiziert werden, mit programmatischer Struktur, Anlehnung an Filmmusik, ähnlichen rhythmischen Effekten und harmonischen Folgen, ohne erkennbare individuelle Note. Auch hier konnte ich keine gestalterische Arbeit mit der Musik verspüren, keine Spannung, keine Emotion.

Darauf folgte mit dem Grieser Jubiläumsmarsch von Josef Silbernagl eine traditionell gehaltene Blasmusikkomposition, nicht unbedingt ein Reißer, sie könnte jedoch bei entsprechender Gestaltung durchaus einen gefälligen, unterhaltsamen Programmpunkt abgeben.
Dann wieder große Musik mit dem Pas redoublé von Camille Saint-Saëns und Huapango von José Pablo Moncayo. Beiden fehlte Spritzigkeit und Temperament, der rote Faden fehlender künstlerischer Gestaltung zog sich leider durch das gesamte Programm. An diesem Eindruck konnten auch die beiden Zugaben, der Danse diabolique (ohne Feuer) von Joseph Hellmesberger jun. und ein Marsch von Julius Fučík nichts ändern.
Fazit: Das Orchester hätte durchaus das Potential, dieses Programm zu einem gelungenen Abend werden zu lassen. Amateure bedürfen jedoch ein hohes Maß an gestalterischen Anweisungen, wie sie ihre Stimmen zu spielen haben, angefangen von Artikulation über Betonungen, Phrasierungen, Atemstellen, sonst versuchen sie lediglich, ihre Noten richtig zu spielen, das zwar meist mit Erfolg, jedoch ohne der Musik entsprechendes Leben einzuhauchen.
Dafür brauchen sie eine musikalische Leitungsperson, die ihnen diese Dinge erklärt und sie mit ihnen übt. Und für die artgerechte Wiedergabe symphonischer Klänge benötigt diese Person auch entsprechende Hörerfahrung und klangliche Sozialisierung auf diesem Gebiet, um Balancierungen in dieser Weise adäquat vornehmen zu können und nicht in jedem Genre stellenweise Egerländer und Marschmusik durchscheinen zu lassen.
Handwerklich gut ausgebildete Dirigenten und Dirigentinnen sind zweifelsohne wichtig, aber letztlich reicht optisch sauberes Dirigieren ganz offensichtlich nicht aus, dass die Musik lebt und sich erfüllend auf die Zuhörer überträgt.
Fotorechte: Amir Kaufmann
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Vorweg: Ich bin selbst Musikant der Bürgerkapelle Gries. Kein Berufsmusiker, sondern Amateur wie der Großteil unserer Kapelle. Gerade deshalb zwingt mich die Art und Weise, wie Sie unser Konzert und insbesondere unseren Kapellmeister in diesem Beitrag aburteilen, zu einer Stellungnahme.
Sie schreiben zunächst selbst, es wäre unfair, an ein überwiegend aus Amateuren bestehendes Orchester dieselben Maßstäbe anzulegen wie an eine professionelle Militärkapelle. Im weiteren Verlauf Ihres Artikels tun Sie jedoch genau das. Der Vergleich mit der belgischen Militärkapelle zieht sich als unausgesprochener Maßstab durch die gesamte Kritik.
Natürlich darf und soll ein Konzert kritisch beurteilt werden. Auch wir wissen, dass nicht jede Passage perfekt war und dass man musikalisch immer an sich arbeiten kann. Ihr Text bleibt jedoch nicht bei einer differenzierten Kritik einzelner Aspekte. Formulierungen wie „lustlos“, „langweilig“, „ohne Feuer“, „ohne Spannung“ oder „ohne Emotion“ ziehen sich durch den gesamten Beitrag und vermitteln den Eindruck, dass an diesem Abend praktisch nichts gelungen sei.
Das deckt sich allerdings weder mit der Reaktion des Publikums noch mit unserem eigenen Erleben. Das Innsbrucker Publikum wurde in der Einführung von Bernhard Schlögl als größtenteils musikalisch gebildet beschrieben. Wenn dieses Publikum ein Orchester gleich dreimal mit Standing Ovations würdigt, kann man diese Reaktion nicht einfach als bedeutungslos abtun. Natürlich ersetzt Applaus keine fachliche Auseinandersetzung, er zeigt aber sehr wohl, dass das Konzert zahlreiche Menschen erreicht und begeistert hat.
Besonders problematisch finde ich, wie Sie die Kompetenz unseres Kapellmeisters infrage stellen. Sie reduzieren seine Arbeit sinngemäß auf ein „optisch sauberes Dirigieren“ und unterstellen ihm fehlende Hörerfahrung, mangelnde musikalische Gestaltungskraft und unzureichende Vermittlungskompetenz.
Unser Kapellmeister ist 24 Jahre alt, hoch talentiert und hat sein Studium am Konservatorium in Bozen in diesem Jahr mit Höchstnote abgeschlossen. Woher nehmen Sie sich aufgrund eines einzigen Konzertabends die Gewissheit, ihn derart grundsätzlich abqualifizieren zu können? Soweit ich weiß, waren auch Sie bei Ihrem Studienabschluss bereits deutlich älter. Gerade deshalb wäre gegenüber einem jungen Musiker, der am Beginn seiner Laufbahn steht und große Verantwortung übernimmt, etwas mehr Fairness und Augenmaß angebracht.
Kritik kann wertvoll sein, wenn sie konkret, respektvoll und konstruktiv formuliert wird. Ihr Beitrag überschreitet für mich jedoch an mehreren Stellen die Grenze zwischen fachlicher Kritik und persönlicher Abwertung. Damit helfen Sie weder den Musikantinnen und Musikanten noch unserem Kapellmeister und vermutlich auch nicht der Sache, die uns allen wichtig sein sollte: der Weiterentwicklung und Wertschätzung der Blasmusik.
Wir stellen uns gerne einer kritischen Auseinandersetzung. Aber Kritik sollte nicht nur die vermeintlichen Schwächen eines Abends aufzählen, sondern auch die Leistung, den Einsatz und das vorhandene Potenzial der Beteiligten anerkennen. Genau diese Ausgewogenheit vermisse ich in Ihrem Artikel.
Sehr geehrter Herr Schwarzmann!
Ich war nicht beim Konzert, kenne aber die Bürgerkapelle und ihren Dirigenten. Sachliche Kritik und fachlicher Austausch sind ein wichtiger Teil der Musiklandschaft.
Unabhängig von der Frage, ob Ihre musikalischen Kritikpunkte im Einzelnen zutreffen oder nicht, überschreitet der Ton Ihrer Rezension jedoch eine entscheidende Grenze.
Die Bürgerkapelle Gries ist ein Amateur- und Laienensemble, in dem Musikerinnen und Musiker in ihrer Freizeit mit viel Herzblut und ehrenamtlichem Engagement hochwertige Kulturarbeit leisten.
Einen solchen Verein im Rahmen einer öffentlichen Plattform in dieser reißerischen Art und Weise abzukanzeln, schadet der gesamten Blasmusikgemeinschaft.
Konstruktive Kritik motiviert und zeigt Wege zur Verbesserung auf – in diesem Falle wäre es zielführender gewesen, mit dem Dirigenten ein 4-Augen Gespräch zu führen anstatt ihn öffentlich vorzuführen.
Mit nicht sehr freundlichen Grüßen – Evi Seebacher, Bozen
Sehr geehrter Herr Schöpf, ich befürchte Sie machen es sich – wie immer – zu leicht. Die Aufgabe eines Veranstalters wäre es, dafür zu sorgen, dass Konzerte den entsprechenden Rücklauf beim Publikum haben. Was würden denn Veranstalter einschlägiger zeitgenössischer Festivals sagen? Auch die Konzerte bei „Wien modern“ sind bestens besucht. Bitte verschonen Sie uns mit Ihren „geistigen Ergüssen“.
Beste Grüße
Thomas Asanger
Entlarvend!
Der Beitrag von Albert Schwarzmann sagt letztlich weit mehr über ihn selbst aus als über jene Akteurinnen und Akteure, über die er schreibt.
Es ist bezeichnend, dass er dem Kapellmeister pädagogische Qualität abspricht, im selben Atemzug aber – als Profi und Universitätslehrer – zum pauschalen Rundumschlag ausholt.
Vielleicht muss man auch alles andere als Mainstream diskreditieren, wenn man selbst darüber frustriert ist, dass sich maximal ein elitärer Kreis für die eigenen Arbeiten interessiert.
Eine originale Streichorchester-Partitur um ein paar Bläserstimmen zu ergänzen und das Ganze neu zu setzen, ist handwerkliche Fleißarbeit – keine kompositorische Glanzleistung. Komponieren beginnt dort, wo eigene Melodien, eigene musikalische Ideen, originelle Strukturen und eine eigenständige Harmonik entstehen. Genau dort trennt sich die Spreu vom Weizen.
Worauf gründet eigentlich der missionarische Ton von Kollege Schwarzmann? Welche kompositorischen Werke hat er vorzuweisen, die ihn zu einer derart herablassenden Beurteilung anderer berechtigen?
Herr Asanger! Waren Sie im Konzert? War es schwierig für Sie, meinen Bericht sinnerfassend zu lesen? Wo habe ich dem Kapellmeister pädagogische Qualität abgesprochen, und wo finden Sie meinen pauschalen Rundumschlag und das im selben Atemzug? Darf ein Profi und Universitätslehrer sich nicht kritisch äußern? Ist es diskreditierend, als Mainstream bezeichnet zu werden, ist Mainstream neuerdings ein negatives Qualitätsmerkmal und nicht einfach eine Bezeichnung für etwas, was viele tun? Ich bin nicht frustriert, sondern sehr stolz und dankbar dafür, dass sich ein wirklich elitärer Kreis für meine Arbeiten nicht nur interessiert, sondern diese in exzellenter Qualität aufführt, auf Tonträger einspielt, in Rundfunk und Fernsehen publik macht und so wie Christian Thielemann vor wenigen Wochen bei den Innsbrucker Promenadenkonzerten öffentlich vor vollem Haus belobigt und wertschätzt. Was an meinem Ton soll missionarisch sein, und wo wollen Sie denn eine herablassende Beurteilung anderer finden? Wenn Sie vom Fach sind, sollten Sie wissen, dass es zur Ausbildung und Arbeit von studierten Orchesterdirigenten, der ich nun mal bin, gehört, Kompositionstechniken und -formen zu lernen und anzuwenden, um Kompositionen kritisch beurteilen zu können und im Wege der Analyse die Schritte von Kompositionsprozessen nachzuvollziehen, um Inputs für die Interpretation von Werken zu erarbeiten. Wenn es dafür notwendig wäre Komponist zu sein, könnten ja nur die Komponisten ihre Werke adäquat wiedergeben und müssten mit der Sorge leben, nach ihrem Tod nur mehr in verhunzter Form aufgeführt zu werden. Ich habe ebenfalls ein kompositorisches Oeuvre, das zahlenmäßig ziemlich klein ist, aber wenn Sie bei den gestreamten Aufnahmen des Weltklasseorchesters Salzburg Wind Philharmonic nachsehen, werden Sie auch ein Werk von mir finden, von Ihnen leider keines. Mir sind auch schon einige Kompositionen von Ihnen untergekommen. Leider hatte ich nie das Bedürfnis, eine davon aufzuführen. Und bitte: Wir sind keine Kollegen, nein wirklich nicht! Beste Grüße
Sehr geehrter Herr Schwarzmann,
dass ich Ihren Beitrag angeblich nicht im ausreichenden Maß sinnerfassend gelesen haben soll, liegt vermutlich an meinem abgeschlossenen Germanistikstudium.
Ich habe Ihren Beitrag jedenfalls so verstanden: Technisch habe das Orchester ordentlich gespielt, der Dirigent habe es jedoch versäumt, Phrasierung und andere musikalische Gestaltungselemente zu vermitteln. Wenn Sie ihm vorwerfen, er hätte diese Aspekte vermitteln müssen, sprechen Sie ihm zwangsläufig pädagogische Kompetenz ab.
Worauf stützen Sie die Annahme, dass der Dirigent nicht bereits das Maximum aus diesem Orchester herausgeholt hat? Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass alleine dieser Schluss naheliegend ist?
Ich glaube nicht, dass ich Ihnen Ihren eigenen Beitrag erklären muss. Lesen Sie ihn einfach noch einmal – möglichst mit derselben Sorgfalt, die Sie offenbar auch von anderen erwarten.
Und bitte verhalten Sie sich nicht wie ein trotziges kleines Kind. Selbstverständlich sind wir im wahrsten Sinne des Wortes Kollegen – ob Ihnen das gefällt oder nicht.
Beste Grüße
Thomas Asanger
Come on, wenn man beim Anhören meinen könnte, die Komposition wäre von einem der bekannten BENELUXler (wie auch leider bei vielen anderen jüngeren österreichischen Komponisten), ist das nunmal ein sicheres Zeichen zum Blasmusik-Mainstream-Sound zu gehören. Es wird seit Jahrzehnten dasselbe wiedergekaut und es scheint sich zu lohnen.
Woran genau machen Sie fest, dass sich „viele jüngere österreichische Komponisten“ an den bekannten BENELUX-Komponisten orientieren? Allein daran, dass sie melodisch schreiben und sich der traditionellen Harmonielehre bedienen? Das ist kein Alleinstellungsmerkmal dieser Komponisten, sondern seit Jahrhunderten Teil der Musikgeschichte.
Und was genau soll daran verwerflich sein, wenn sich Komponieren – in der Regel mit viel Arbeit verbunden – auch lohnt und ein Werk erfolgreich ist?
Es steht jedem frei, selbst zu komponieren, neue Wege zu gehen und Werke vorzulegen, die den eigenen ästhetischen Vorstellungen entsprechen.
Ihr wollt keine Amateurkapellen bei euren Konzerten! Sagt es einfach und alles ist gut! Es gibt keinen inhaltlichen Schwerpunkt mehr so wie früher als nur k und k Musik gewünscht wurde! Die Promenadenkonzerte sind nur mehr eine Aneinanderreihung von Spitzenorchestern oder anderen Formationen ohne eine Programmatik wie z.B. bei den Festwochen der alten Musik!
Hallo Markus!
Ich glaube du gehst im Hinblick auf die internen Diskussionsprozesse ein wenig zu hart mit uns ins Gericht. Wie soll Schlögl programmieren, wenn unsere Musikkapellen mit Abstand den schlechtesten Kartenverkauf aufweisen? Und wenn diese Musikkapellen nicht das spielen, was das Publikum hören will, nämlich, mit Verlaub, Polka Walzer, Marsch und Ouvertüren, sondern sogenannte zeitgenössische symphonische Werke, die sich nicht einmal die Blasmusikanten selbst anhören?
Bitte gib mir darauf eine Antwort. Bitte, liebe Kolleginnen und Kollegen, mischt euch ein und gebt uns darauf eine Antwort.
Schönes Wochenende Alois Schöpf
Hallo Alois!
Ob unsere Kapellen oder andere Musiken spielen ist einerlei. Es fehlt mir die inhaltliche Ausrichtung – der Schwerpunkt – so wie früher!! Jeder wird eingeladen und kann spielen, was er will und wie er will! Dem Publikum scheint es zu gefallen – wenn man dem Besucherrekord Glauben schenken darf!
Wenn man jetzt die Wahl hat ein Orchester zu besuchen, das nur einmal alle paar Jahre kommt, oder eines, das ich in Tirol jederzeit hören kann, wohin wird der Zuhörer wohl gehen??? Vor allem wenn man dafür Eintritt bezahlen muss.
LG Markus
Lieber Markus,
dein Kommentar suggeriert hinter meiner kritischen Konzertbesprechung eine Absicht, Amateurorchester aus den Innsbrucker Promenadenkonzerten zu eliminieren. Das ist nicht der Fall. Es ist eine Momentaufnahme eines Einzelereignisses und beinhaltet subjektive Wahrnehmungen, die durch die Wortwahl auch deutlich werden sollten. Wenn ich dabei Aspekte herausarbeite, die meiner Meinung nach auf mehrere Amateurorchester zutreffen, betrifft das noch lange nicht alle. Man kann dazu unterschiedlicher Meinung sein und auch eine unterschiedliche Wahrnehmung haben. Ich habe auch Leute erlebt, die sich von diesem Konzert begeistert gezeigt haben, und das sollen sie auch dürfen! Ich habe es anders erlebt und versucht, es in meinem Artikel zu begründen. Im Übrigen stehe ich in keiner organisatorischen oder beratenden Beziehung zu den Innsbrucker Promenadenkonzerten und hatte und habe auf deren programmatische Ausrichtung oder Auswahl der Orchester und Formationen keinerlei Einfluss. Liebe Grüße